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Einkommen & Vermögen | 23.6.2021 Drucken

Corona-Pandemie machte Milliardäre reicher

Während viele Menschen aufgrund der Pandemie finanzielle Belastungen erfahren, steigerten Milliardäre weltweit ihr Vermögen. Diese Divergenz in der Vermögensentwicklung gibt es auch in Deutschland.

Es sind Zahlen von Forbes und aus der Financial Times, die zeigen, wie ungleich die Vermögensbilanz im Corona-Jahr ausfallen kann und auf die sich Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), bezieht.

Reichtum weltweit Gold Milliardäre

Während nach Schätzung der Weltbank weltweit mehr als 100 Millionen Menschen in absolute Armut gefallen sind und mit weniger als 1,80 USD pro Tag auskommen müssen, konnten sich Milliardäre über teils exorbitante Vermögenszugewinne freuen. Paradoxerweise spielen dabei auch staatliche Hilfen und Konjunkturprogramme im Zuge der Pandemiebekämpfung eine Rolle. DIW-Chef Fratzscher schreibt in diesem Zusammenhang von einer „Perversität dieser Entwicklung“. Er regt für Deutschland an, diesen milliardenfachen Zugewinn für die Finanzierung der Pandemie-Folgen stärker einzubeziehen. 

Superreiche machten fünf Billionen US-Dollar plus

Die Superreichen wurden nicht nur reicher, sie wurden auch mehr. So stieg die Anzahl der Milliardäre binnen eines Jahres von rund 2.000 auf nunmehr über 2.700. Ihr Vermögen nahm geschätzt um rund 60 Prozent beziehungsweise um rund fünf Billionen US-Dollar (ca. 4 Billionen Euro) auf nunmehr 13 Billionen US-Dollar zu. Laut DIW-Chef Fratzscher blickten die Milliardäre somit auf „das finanziell erfolgreichste Jahr in der Menschheitsgeschichte“ zurück. Zur Erinnerung, gemeint ist das Corona-Pandemie-Jahr 2020. So verrückt das klingen mag – es sind in der Tat exorbitante Zahlen, die dafür stehen. So hat beispielsweise Tesla-Chef Elon Musk sein Vermögen von 25 auf 150 Milliarden US-Dollar versechsfacht. 

Weltweit schrumpfende Wirtschaft

Da die weltweite Wirtschaftsleistung 2020 um 3,3 Prozent einbrach, konnten die Milliardäre also nicht direkt von einem Wirtschaftsboom profitieren. Dann gäbe es wohl auch in anderen Einkommensschichten mehr Teilhabe. In Deutschland lief es ähnlich. So ist laut Financial Times hierzulande das Kapital der milliardenschweren Vermögenden im Jahr 2020 um mehr als 100 Milliarden Euro oder drei Prozent der Wirtschaftsleistung Deutschlands angewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt hingegen schrumpfte im gleichen Zeitraum um circa 170 Milliarden Euro beziehungsweise um 4,9 Prozent. Doch woher stammt der Vermögenszuwachs der Milliardäre?

Staatliche Hilfen als Kurstreiber

Einige Branchen profitierten unmittelbar durch ihre Leistungen und Produkte in der Pandemie von einer verstärkten Nachfrage. Dazu zählen Unternehmen aus der Pharma- und Medizinbranche sowie der Onlinehandel und Streamingdienste. Vor allem jedoch haben die Superreichen an boomenden Aktienmärkten verdient. Dass Aktienkurse trotz einer gewissen Rezession steigen konnten, lag (auch) an der expansiven Geldpolitik der Notenbanken, die Milliarden an Liquiditätshilfen an Unternehmen ausgeschüttet haben. Zudem meldeten etliche Firmen Kurzarbeit an – dadurch sanken die Gehälter und Lohnnebenkosten. So wurde der Marktwert zahlreicher Unternehmen gestärkt und damit das investierte Kapital der Superreichen gemehrt. In Deutschland beispielsweise verzeichneten die DAX-Unternehmen im ersten Quartal 2021 die größten Gewinne der vergangenen zehn Jahre. Entsprechend fielen die Dividendenausschüttungen an die Aktionäre aus.

Vermögenskonzentration auch in Deutschland sehr hoch

Auch in Deutschland öffnet sich die Vermögensschere weiter. Das zeigen neueste Zahlen, die auf der einen Seite wiederum Forbes für die hiesigen Milliardäre und auf der anderen Seite der Finanzdienstleister Creditreform für die privaten Haushalte zusammengetragen hat. Forbes zählte 2021 insgesamt 138 Milliardäre in Deutschland. Bereits im vergangenen Jahr hat das DIW errechnet, dass das reichste Prozent der Deutschen 35 Prozent des gesamten Privatvermögens in Deutschland besitzt. Die 90 Prozent der Deutschen am unteren Ende der Vermögensbilanz wiederum kommen zusammengerechnet gerademal auf rund 33 Prozent Vermögensanteil.

DIW: Große Vermögen stärker an den Kosten beteiligen

Über 200 Milliarden Euro hat der Staat im Jahr 2020 in die Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Verhinderung von Unternehmenspleiten investiert. Die aufgenommenen Haushaltsmittel müssen irgendwann refinanziert werden, durch Steuern. Das DIW empfiehlt, die Hochvermögenden stärker an den Pandemiekosten zu beteiligen. Dies festige nicht nur den sozialen Frieden, sondern stabilisiere die Wirtschaft insgesamt. Je stärker die Milliardäre beteiligt würden, desto weniger müsste die restliche Bevölkerung herangezogen werden. So würde mehr Kaufkraft erhalten bleiben, um konjunkturell die wirtschaftliche Entwicklung zu stützen.

Einbußen durch die Pandemie

Auftragsflaute bei Selbstständigen, Kurzarbeit, weggefallene Mini- oder Zweitjobs – die Pandemie sorgte bei 39 Prozent der deutschen Verbraucher für Einkommensverluste. So hatten laut Creditreform Ende April 16,4 Millionen private Haushalte weniger Geld zur Verfügung als gewohnt. Damit verbunden befürchtet fast jeder dritte Befragte, demnächst wichtige Verbindlichkeiten bei Miete, Strom und Wärme nicht mehr begleichen zu können. Fast jeder Zehnte kennt bereits aus den vergangenen zwölf Monaten das Gefühl, das ihm Schulden über den Kopf wachsen. Dennoch ist die Konsumlaune eher weniger getrübt und die Bereitschaft, dafür einen Kredit aufzunehmen, sogar um acht Prozent gestiegen. Verbraucherforscher sehen diesen Trend eher skeptisch und befürchten, dass sich damit verbundene private Insolvenzen erst in den nächsten Jahren zeigen werden.

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