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Einkommen & Vermögen

Rund ums liebe Geld: So viel wird verdient.

Einkommen & Vermögen | 10.8.2016 Drucken

Bildung zahlt sich generell aus

Für den beruflichen Erfolg ist eine gute Bildung unumgänglich, das haben uns die Eltern seit dem ersten Schultag eingebläut.

Je höher der Abschluss, desto höher ist das Gehalt. Das mag in den meisten Fällen auch stimmen, aber eben nicht immer. Bei den Einkommen im Laufe eines Erwerbslebens spielen die Berufswahl sowie eine qualifikationsadäquate Beschäftigung eine wesentliche Rolle.

Bildung zahlt sich generell ausEine Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hat ergeben, dass die durchschnittlichen Brutto-Lebensentgelte mit dem Anforderungsniveau der Tätigkeit steigen. Obendrein ist auch der Beruf selbst relevant für die Höhe des Einkommens.

Das IAB zeigt in seiner Studie auf, welche Brutto-Lebenseinkommen in unterschiedlichen Berufen durchschnittlich erzielt werden können.

Mit dem Anforderungsniveau steigen die Brutto-Lebensentgelte

In der Untersuchung zeigt sich ein Zusammenhang: Je höher das Anforderungsniveau, desto höher ist das durchschnittliche Brutto-Lebensentgelt. Wenn man von einer ununterbrochenen Beschäftigung ausgeht, verdienen Menschen ohne Berufsausbildung im Laufe ihres Erwerbslebens durchschnittlich 1,13 Millionen Euro brutto. Bei Fachkräften liegt das Brutto-Lebensentgelt im Durchschnitt bei 1,46 Millionen Euro, während es bei Spezialisten 2,04 Millionen Euro sind. Hingegen verdienen Experten durchschnittlich 2,39 Millionen Euro im Laufe ihrer gesamten Erwerbskarriere.

Anhand dieser Aufstellung wird deutlich, wie viel Wert eine fundierte Bildung hat. Beschäftigte, deren berufliche Position ein höheres Anforderungsniveau verlangt, haben durchschnittlich auch ein höheres Brutto-Lebensentgelt. Zum Beispiel verdienen Fachkräfte, für deren Tätigkeit eine abgeschlossene Berufsausbildung notwendig ist, während ihres gesamten Erwerbslebens 329.000 Euro mehr als Hilfsarbeiter, deren Tätigkeit ohne Berufsausbildung geleistet werden kann.

Die Berufswahl spielt auch mit rein

Die Höhe des durchschnittlichen Brutto-Lebensentgelts hängt zudem vom Beruf selbst ab. Das ergab die empirische Betrachtung der Brutto-Lebensgehälter für die Anforderungsniveaus in 36 Berufshauptgruppen. Eine bloße Durchschnittsbetrachtung verdeckt die Tatsache, dass die Brutto-Lebensentgelte in diesen Berufshauptgruppen deutlich variieren: So kommt ein Helfer im Durchschnitt auf 1,13 Millionen Euro Brutto-Lebensentgelt bei ununterbrochener Erwerbstätigkeit. In Verkaufsberufen haben sie jedoch das niedrigste Brutto-Lebensentgelt mit 891.000 Euro. Hingegen erzielen sie in Mathematik-, Biologie-, Chemie- und Physikberufen mit 1,42 Millionen Euro das höchste Lebensentgelt als Helfer.

Bei Fachkräften schwanken die durchschnittlichen Brutto-Lebensentgelte sogar noch stärker als bei Helfern. In Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen erhalten Fachkräfte mit 965.000 Euro das niedrigste Brutto-Lebensentgelt. Das höchste erzielen sie dagegen in IT-Berufen mit 2,17 Millionen Euro. Bei den Experten zeigt sich zunächst ein ähnliches Bild wie bei den Fachkräften und Spezialisten. Das niedrigste Lebensentgelt mit 1,47 Millionen Euro erhalten sie in Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen. Das höchste Brutto-Lebensentgelt erhalten sie in medizinischen Gesundheitsberufen. Es ist hier fast doppelt so hoch und liegt bei 2,80 Millionen Euro.

Bestimmte Arbeiter verdienen mehr als Akademiker

Sicherlich erreichen Experten im Durchschnitt das höchste Brutto-Lebensentgelt im Vergleich zu Facharbeitern und Spezialisten. Jedoch garantiert ein Studium nicht immer ein höheres Lebensentgelt. In bestimmten Berufen können sogar Fachkräfte höhere Brutto-Lebensentgelte erreichen als Experten in anderen Berufen. Die Analyse zeigt, dass Spezialisten in acht und Fachkräfte in zwei Berufshauptgruppen ein durchschnittliches Brutto-Lebensentgelt von mehr als zwei Millionen Euro erzielen. Gleichzeitig liegt das Lebensentgelt von Experten in zehn Berufshauptgruppen unter zwei Millionen Euro. Darüber hinaus weisen fast alle Spezialisten und Fachkräfte in zwölf Berufshauptgruppen ein höheres Lebensentgelt auf als das niedrigste durchschnittliche Brutto-Lebensentgelt von Experten. Jedoch gilt innerhalb von Berufsgruppen durchweg: Je höher das Anforderungsniveau, desto höher ist das durchschnittliche Brutto-Lebensentgelt.

Geld ist nicht alles im Leben

Es ist selbstverständlich, dass sich Jugendliche auf ihrem Weg ins Leben auch Gedanken über ihre späteren Verdienstmöglichkeiten machen. Jedoch ist es nur ein Faktor von vielen im Bereich Bildung und Beruf, betont der IAB-Forscher Dr. Heiko Stüber: „Die Entscheidung, ob ein Abiturient ein Studium oder eine Ausbildung beginnt, wird sicher nicht allein aufgrund potenzieller Verdienstmöglichkeiten getroffen.“ So sind hinsichtlich der Lebenszufriedenheit individuelle Vorlieben und Fähigkeiten oft wichtiger. Darüber hinaus liege nicht jedem ein Studium, das oft theorielastig sei: „ Mehr als jeder vierte Bachelorstudent bricht sein Studium ab“, stellt der Wissenschaftler fest. Anderen jungen Leuten fehle, im Kontrast dazu, das handwerkliche Geschick.


Das Anforderungsniveau gliedert sich in vier Kategorien, die sich hinsichtlich des Bildungsgrades wie folgt unterscheiden:

  • Helfer erledigen wenig komplexe Tätigkeiten, für die normalerweise kein formaler Bildungsabschluss benötigt wird.
  • Fachkräfte benötigen für ihre Tätigkeit fundierte Fachkenntnisse und Fertigkeiten, für die eine Berufsausbildung erforderlich ist.
  • Spezialisten benötigen Spezialkenntnisse und -fertigkeiten, für die in der Regel neben der Berufsausbildung noch ein Fortbildungsabschluss notwendig ist.
  • Experten führen hoch komplexe Tätigkeiten aus, für die ein (Fach-)Hochschulabschluss vorausgesetzt wird.

 

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