Nachricht an die Redaktion

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

DIA Update

Abonnieren Sie den kostenlosen
Newsletter des DIA .

Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 29.11.2018 Drucken

Wie uns die Digitalisierung stresst

Kaum ein Arbeitsplatz kommt derzeit ohne Technik aus. Doch der Einzug der Digitalisierung führt oft zu Stress und gesundheitlichen Beschwerden.

Computer, Laptop oder Smartphone – nahezu jeder Angestellte ist heutzutage mit mindestens einem dieser drei Geräte ausgestattet. Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitsinhalte und macht sie zunehmend mobiler, aber auch komplexer. Wir übernehmen dadurch vermehrt überwachende und steuernde Aufgaben, für die wir vielleicht gar nicht qualifiziert sind.

Wie uns die Digitalisierung stresstBereits ein Fünftel aller Beschäftigten in Deutschland hat in den letzten fünf Jahren eine Veränderung in der technischen Ausstattung des Berufsalltags erlebt. Das zeigen jüngste Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Welche Risiken dies mit sich bringt, untersucht nun erstmalig eine deutsche Studie. Die Hans-Böckler-Stiftung befragte dazu rund 2.500 Beschäftigte zur Belastung durch digitale Technologie. Ergebnis: Ein digitaler Arbeitsplatz führt häufig zu Stress und geht mit einer deutlichen Zunahme gesundheitlicher Beschwerden einher. Am meisten klagen die Betroffenen dabei über Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit sowie körperliche und emotionale Erschöpfung. All das sind typische Burnout-Symptome.

Die Technik ist nicht schuld

Natürlich liegt die Ursache dieser Beschwerden nicht immer nur in der Digitalisierung. Wer mit Kopfschmerzen zu kämpfen hat, sollte nicht gleich seinen Computer verfluchen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, an diesen Symptomen zu erkranken, bei den digital Gestressten um 21 bis 27 Prozentpunkte größer. Auch Unternehmen sollte das Sorge bereiten, denn digitaler Stress verringert die berufliche Leistung der Angestellten. Ebenso sinken die Arbeitszufriedenheit und die Bindung an den Betrieb. Überraschend ist dabei, dass nicht der Digitalisierungsgrad im Unternehmen ausschlaggebend ist, sondern vielmehr die Kompetenz der Mitarbeiter, mit der neuen Technologie umzugehen. Erst das Ungleichgewicht zwischen den Fähigkeiten und den Anforderungen belastet.

Den meisten Stress haben Saarländer

Das verdeutlicht auch die untere Grafik. So ist in Berlin und Hamburg der Digitalisierungsgrad der Arbeitsplätze besonders ausgeprägt. Beim Stresslevel sind die beiden Großstädte allerdings nicht die Spitzenreiter. Der Grund: Die Kompetenz der Mitarbeiter ist ebenso hoch. Wer qualifiziert mit den Technologien umgehen kann, hat auch weniger Probleme damit. Ganz anders verhält sich im Gegensatz dazu das Saarland. Nach Sachsen sind hier die niedrigsten Digitalisierungsgrade vorzufinden. Auch in Sachen Kompetenz belegen die Saarländer den letzten Platz. Gleichzeitig aber gibt es hier die höchste Stressquote in ganz Deutschland.

Auch das nordöstliche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern verblüfft. Die Arbeitsplätze hier sind weniger digital ausgestattet. Die Angestellten verfügen zudem über ein hohes Ausmaß an Kompetenz. Das Level an Stress ist jedoch das zweithöchste der Bundesrepublik.

Digitaler Stress am Arbeitsplatz nach BundesländernFrauen sind digital gestresster als Männer

Im Übrigen ist digitaler Stress nicht branchenabhängig. Er tritt in allen Bereichen und Tätigkeitsarten auf. Besonders hoch ist er allerdings in der Informations- und Kommunikationsbranche. Aber auch Gewerkschaften, Verbände und Parteien kämpfen mit dem Problem. Frauen nutzen zudem mehr Technologie am Arbeitsplatz als Männer. Auch ist ihre Kompetenz höher als die ihrer männlichen Kollegen. Jedoch reicht die bessere Qualifizierung nicht aus, um den höheren Digitalisierungsgrad auszugleichen. Frauen leiden somit häufiger an digitalem Stress.

Nachricht an die Redaktion

Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

Nachricht an die Redaktion

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Artikel teilen

Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Ausgewählte Artikel zum Thema
Arbeitswelt

Arbeitswelt wandelt sich schneller als die Sozialsysteme

Unsere Arbeitswelt verändert sich. Die Berufswege werden individueller. Viele Erwerbsbiografien bekommen Brüche. Digitale Geschäftsmodelle führen zu neuen Erwerbsformen. All das wird vom bestehenden Sozialsystem aber nur unzureichend berücksichtigt. Zu dieser Schlussfolgerung gelangt eine Studie zur Zukunft der Arbeit, die das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat anfertigen lassen. Erstellt hat die Studie f/21 Büro für […]

Artikel lesen

Brandenburger sind die unglücklichsten Deutschen

Bei der Lebenszufriedenheit steht es um ein Bundesland besonders schlecht. So sind Brandenburger ausgesprochen unglücklich mit ihrer Gesundheit, der Arbeit und dem Einkommen. In diesem Jahr ist Brandenburg das neue Schlusslicht bei der Lebenszufriedenheit. Die Menschen dort gaben sich auf einer Glückskala von eins bis zehn lediglich 6,84 Punkte. Erstaunlich ist dabei, dass Brandenburger besonders […]

Artikel lesen

Warum Frauen bei Geldfragen anders ticken

Frauen interessieren sich weniger für Finanzthemen als Männer. Doch das ist keinesfalls genetisch bedingt, sondern vielmehr gesellschaftlich anerzogen. Frauen haben kein Händchen für Finanzen und überlassen das Geldanlegen deshalb lieber ihren Männern. Dieses Klischee ist nach wie vor aktuell. Doch tatsächlich gibt es im Umgang mit Finanzen einen Geschlechterunterschied. So denken Frauen kurzfristiger bei der […]

Artikel lesen