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Demographie | 27.10.2016 Drucken

Pflegende zwischen Belastung und Zufriedenheit

Menschen, die Angehörige pflegen, sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Aber Pflegende erfahren durch ihre Arbeit auch ein Gefühl von Zufriedenheit.

Menschen, die eine andere Person – zumeist enge Angehörige – pflegen oder betreuen, fühlen sich durch diese Aufgabe stark belastet. Für mehr als zwei Drittel der Pflegenden in Deutschland stellen dabei körperliche und emotionale Erschöpfung sowie die Vernachlässigung eigener Bedürfnisse die häufigsten negativen Auswirkungen dar. So fühlen sich 23 Prozent der Pflegenden „sehr stark“ und fast jeder Zweite (48 Prozent) „stark“ belastet. Lediglich fünf Prozent äußerten, dass sie keine Belastung empfinden. So lauten zentrale Aussagen der Continentale-Studie 2016, für die unlängst bundesweit 1.000 Menschen befragt wurden, die jemanden pflegen oder betreuen.


continentale_pflegestudie_2016_wer_pflegt


Mit der Pflegestufe steigt auch die Belastung

Von den Befragten, die eine Person mit Pflegestufe 3 versorgen, fühlen sich sogar 36 Prozent sehr stark belastet. Viele berichteten zudem über Zweifel hinsichtlich der Qualität ihrer Pflege. Nur 31 Prozent der Pflegenden sind davon überzeugt, allen mit ihrer Pflege verbundenen Aufgaben gerecht zu werden. Auch der Blick in die Zukunft bereitet vielen Pflegenden Sorgen. Die größte davon ist, dass sich der Zustand der gepflegten Person weiter verschlechtert. Rund 60 Prozent befürchten allerdings auch, zukünftig die Pflege weder körperlich noch emotional weiter bewältigen zu können. Die Hälfte hat Angst davor, die Doppelbelastung aus Pflege und Beruf nicht mehr zu schaffen.


continentale_pflegestudie_2016_belastung_durch_pflege


Pflegende: Zur körperlichen kommt emotionale Erschöpfung

All diese Anstrengungen, Sorgen und Erlebnisse führen dazu, dass sich Pflegende in doppelter Hinsicht ausgepowert fühlen. 63 Prozent der Befragten gaben an, körperlich erschöpft zu sein. Ähnlich hoch ist der Grad der gefühlsmäßigen Belastung für Pflegende. Hier sehen sich 62 Prozent emotional und seelisch beeinträchtigt. Sechs von zehn Befragten vernachlässigen ihre persönlichen Bedürfnisse. Bei vielen pflegenden Angehörigen kommen fachliche Zweifel erschwerend hinzu. 43 Prozent sind bei der medizinischen Versorgung der zu pflegenden Menschen überfordert. Rund ein Drittel verspürt negative Auswirkungen auf den Beruf und berichtet über finanzielle Nachteile, die mit der Pflege einhergehen. Ähnlich groß ist deshalb auch der Kreis jener, die sich bessere finanzielle Unterstützung wünschen  (37 Prozent). 53 Prozent würden sich über mehr praktische Hilfe, 38 Prozent über stärkeren emotionalen Beistand freuen.

Pflege sorgt auch für Zufriedenheit

Dennoch verbindet sich mit der Pflege eines anderen Menschen auch Positives. Das gilt vor allem für enge Angehörige. So berichten rund drei Viertel der Befragten, dass sie mit dieser Pflege etwas zurückgeben können. Ebenso vielen Menschen gelingt es, aus dieser Aufgabe positive Energie, Bereicherung und Zufriedenheit zu gewinnen. Über Unterstützung durch Partner, Familie oder Freunde freuen sich 63 Prozent, zumal sich dadurch gewachsene familiäre Strukturen oder partnerschaftliche Beziehungen beweisen können.

Viele Gründe für die Pflege, auch finanzielle

Die Gründe, warum  jemand andere Menschen pflegt, sind sehr individuell. Dabei dominieren jedoch für Pflegende zwei Motive besonders. So sagen 91 Prozent der Befragten, sie pflegen aus Liebe und 85 Prozent tun dies aus einem Pflichtgefühl heraus. Aber 64 Prozent begründen ihren Einsatz auch damit, dass ein Pflegeheim zu teuer wäre. 58 Prozent wiederum nennen als Grund eine regelmäßige Geldleistung, die beispielsweise aus der Rente der gepflegten Person erfolgt.

Jährlicher Anstieg an Pflegebedürftigen

2015 war die Zahl der Pflegebedürftigen gegenüber dem Vorjahr um etwa 3,8 Prozent auf insgesamt 2,84 Millionen Personen gestiegen. Insgesamt gab es in den letzten drei Jahren jeweils einen jährlichen Anstieg an Pflegebedürftigen in ähnlicher Größenordnung.  2,04 Millionen Personen (72 Prozent) wurden ambulant versorgt und gepflegt. Das heißt in den meisten Fällen zu Hause. Die anderen 28 Prozent waren hingegen auf eine stationäre Pflege angewiesen. Unterschieden nach Pflegestufen lebte weit über die Hälfte aller Pflegebedürftigen (ca. 57 Prozent) in Pflegestufe I. Nahezu jeder dritte Pflegebedürftige (ca. 31 Prozent) war Pflegestufe II und ein knappes Achtel (11,5 Prozent) Pflegestufe III zugeordnet.


continentale_pflegestudie_2016_wer_wird_gepflegt


 

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