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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 23.10.2018 Drucken

Geringes Augenmerk für Ältere

Die Alterung der deutschen Bevölkerung schreitet voran, doch nur eine Minderheit der Betriebe führt spezifische Personalmaßnahmen für Ältere durch. Zu dieser Einschätzung gelangte das IAB-Betriebspanel.

Der Zustrom der jungen Erwerbstätigen aus dem Bildungssystem in den Arbeitsmarkt reicht nicht aus, um der Alterung der Belegschaften entgegenzuwirken. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes nimmt das Arbeitskräftepotenzial in den nächsten Jahren immer stärker ab. Waren 2010 noch 45 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter, werden es bis 2030 voraussichtlich nur 39 Millionen und 2050 nur noch 33 Millionen sein. Der demografische Wandel hat längst die Betriebe erreicht und ist sichtbar.

Altersspezifische Arbeitsgestaltung

Ältere Beschäftigte sind nicht zwangsläufig weniger belastbar als Jüngere, vorausgesetzt ihre persönlichen Fertig- und Fähigkeiten stimmen mit den Anforderungen des Arbeitsplatzes überein. Um die Beschäftigungsfähigkeit bis zum Renteneintritt zu erhalten, spielen auch individuelle Ressourcen wie Motivation oder Gesundheit eine wichtige Rolle. Nicht zu unterschätzen sind die arbeitsplatzspezifischen Anforderungen und Gegebenheiten sowie das Verhalten der Vorgesetzten. Altersspezifische Arbeitsgestaltung ermöglicht es den Betrieben, die Arbeitsfähigkeit ihrer Beschäftigten aufrechtzuerhalten oder gar zu verbessern. Weiterbildungen sowie gesundheitsfördernde Maßnahmen können einen erheblichen Teil dazu beitragen.

Die Auswertung der Daten des IAB-Betriebpanels ergaben allerdings, dass seit 2006 die Zahl der Betriebe, die mindestens eine altersspezifische Maßnahme für ihre Beschäftigten anbieten, mit 17 Prozent unverändert blieb. Kurz und knapp gesagt: In den letzten zehn Jahren gab es bei den altersspezifischen Maßnahmen kaum eine Veränderung in den Betrieben.

Rückgang der Altersteilzeit

Betrachtet man die verschiedenen altersspezifischen Maßnahmen, so lässt sich erkennen, dass die Bedeutung der Altersteilzeit zurückging. Eine verkürzte Arbeitszeit zielt meist auf eine frühere Ausgliederung aus dem Unternehmen, eher seltener auf den längstmöglichen Verbleib der Beschäftigten. Oftmals sind es tarifgebundene Betriebe und Betriebe mit einem Betriebsrat, die altersspezifische Maßnahmen organisieren. Große Betriebe bieten häufiger eine oder mehrere solcher Maßnahmen an als kleine Betriebe mit einer überschaubaren Zahl an Mitarbeitern. Große Betriebe verfügen häufiger über mehr organisatorische und finanzielle Voraussetzungen, um solche spezifischen Maßnahmen anzubieten und durchzuführen.

Falsche Kosten-Nutzen-Rechnung

Bei der Abwägung von Kosten und Nutzen gelangen offenkundig Unternehmen häufig noch zur Annahme, dass sich Weiterbildungen mit Blick auf die noch im Betrieb verbleibende Zeit nicht mehr lohnt. Daher bieten Unternehmen oftmals keine Weiterbildungen für ältere Beschäftigte an. Nur etwa sieben Prozent der Betriebe gaben an, für ältere Beschäftigte Weiterbildungen zu organisieren. Meist sind diese Fortbildungen jedoch altersgemischt und nicht spezifisch auf Ältere ausgerichtet, um zum Beispiel die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Zudem ist die Einstellung weit verbreitet, Ältere seien möglicherweise weniger lernfähig als Jüngere oder wollen nichts Neues lernen, da sie mit ihrem aktuellen Stand zufrieden sind.

Zudem gab das IAB-Betriebspanel Aufschluss darüber, dass nur rund vier Prozent der Betriebe spezielle Gesundheitsförderungen für ihre Mitarbeiter anbieten. Wiederum drei Prozent gaben an, die Arbeitsplätze speziell für ältere auszustatten. Betriebe sollten bei Personalmaßnahmen die Altersgruppen nicht ungleich behandeln, so das IAB, sondern allen gleichermaßen Beachtung zukommen lassen, obgleich unterschiedliche Förderung erforderlich ist. Eine frühzeitige Investition in die Beschäftigungsfähigkeit zahle sich aus und sollte nicht ins hohe Alter verschoben werden, so die mahnenden Worte des IAB-Betriebspanels.

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