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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 29.9.2016 Drucken

Geburtenwende in Deutschland

Eine gute Nachricht für unser Land: Es kommen wieder mehr Babys zur Welt.

Vor allem in städtischen Regionen steigen seit 2008 die Geburtenzahlen wieder kontinuierlich an. In ländlichen Gebieten hingegen ist eine Geburtenwende nur schwach erkennbar. Jedoch ist der Unterschied zwischen den neuen und alten Bundesländern sichtbar geringer geworden. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Studienleiter Prof. Dr. Martin Klein der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Geburtenwende in DeutschlandFür ihre Untersuchung, die in der Zeitschrift Wirtschaftsdienst veröffentlicht wurde, analysierten die Forscher detailliert die Geburtenzahlen in Deutschland. Mit Hilfe von Daten des europäischen Statistikamtes Eurostat konnten die Wissenschaftler die Entwicklung der Geburtenzahlen bis 2014 – nicht nur auf Bundesländerebene – sondern auf der Grundlage von 373 Einzelregionen in Deutschland beschreiben.

Diese Unterteilung ermöglichte ihnen Analysen auf der Ebene von Landkreisen, Städten und zum Teil sogar Stadtbezirken. Auf diese Weise konnten Regionen mit einer Geburtenwende identifiziert werden: „Damit ist gemeint, dass sich in diesen Regionen eine nachhaltige Trendwende vollzogen haben muss und sich die Geburtenziffer kontinuierlich steigert“, erklärt Prof. Dr. Klein.

In Hamburg legte der Klapperstorch am meisten zu

Die geburtenreichsten Städte in Deutschland sind München, Frankfurt am Main und Dresden. Laut Studie kommen hier jährlich auf tausend Einwohner etwa zwölf Geburten. Ebenso ist auch in anderen Großstädten nach einer langen Flaute die Geburtenzahl wieder angestiegen. So kamen in Hamburg 2014 zehn Prozent mehr Kinder zur Welt als im Referenzjahr 1990. Selbst Berlin erreichte im selben Jahr nach einer Phase des Geburtenrückganges wieder seinen Ausgangswert vom Jahr 1990. „Unsere Analysen zeigen, dass die Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern verschwinden“, ergänzt Dr. Tobias Weirowski. Im Kontrast dazu seien die Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen viel auffälliger. So liegt zum Beispiel in der Gemeinde Osterode am Harz die Geburtenquote bei nur 6,5 Geburten pro tausend Einwohner.

Das Millennium leitete die Geburtenwende ein

Anfang des neuen Jahrtausends begann die Geburtenwende in den neuen Bundesländern. Seit 2005 zeigt sich diese Entwicklung auch in vielen Metropolregionen und größeren Städten im gesamten Bundesgebiet. Im Anschluss daran erreichte die Geburtenwende auch kleinere urbane sowie ländliche Gebiete. Die Forscher konnten zudem ab Ende 2014 in weiten Teilen der Bundesrepublik diese Trendwende feststellen. Lediglich in 18 der 373 Regionen ist die Geburtenziffer weiter gesunken. „Von den Babyboom-Jahren der 1960er Jahre sind wir heute weit entfernt. Wenn wir uns aber die Zahlen der letzten 15 Jahre anschauen, erkennen wir in vielen Regionen Deutschlands einen positiven Trend“, resümiert Prof. Dr. Klein.

Lebensentwürfe orientieren sich wieder mehr am Familienleben

Über die Ursachen für diese positive Entwicklung lässt sich bisher nur spekulieren: „Zum einen fällt diese Entwicklung in eine Zeit neuer familienpolitischer Maßnahmen, vor allem der Einführung des Elterngeldes 2007“, erläutert Weirowski. So mutmaßen die Wissenschaftler, dass auch die Wirtschaftskrisen in den vergangenen Jahren dazu beigetragen haben, dass junge Menschen ihre Lebensentwürfe intensiver am Familienleben orientieren. Kindern wird wieder ein höherer Stellenwert zugeschrieben. Diese Annahme wird auch dadurch bestärkt, dass dieses Phänomen der Geburtenwende vor allem in städtischen Regionen zu beobachten ist. Hier gibt es bessere Möglichkeiten, Familie und Beruf zu vereinbaren. Neben einer guten Infrastruktur gibt es in urbanen Regionen auch größere Chancen auf einen Kindergartenplatz.

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