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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 2.1.2020 Drucken

Fast jede vierte Frau bleibt kinderlos

Mütter bekommen deutlich weniger Nachwuchs, als sie sich wünschen. Erschreckend ist dabei, dass 23 Prozent der deutschen Frauen komplett kinderlos bleiben.

In Europa würde es deutlich mehr Einwohner geben, wenn Mütter so viele Babys zur Welt brächten, wie sie es sich in jungen Jahren vornehmen. Selbst das Bestandserhaltungsniveau von 2,1 Kindern pro Frau wäre dann kein Problem. In der Realität jedoch liegen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander.

Fast jede vierte Frau bleibt kinderlosDas offenbart eine neue Studie der Universität Wien, die in dem Informationsdienst Demografische Forschung aus Erster Hand vorgestellt wurde. Die beiden Studienautorinnen Beaujouan und Berghammer werteten darin die Daten von über 12.500 Frauen aus 20 Ländern aus. In den 1990er Jahren wurden dafür die Probanden im Alter von 20 bis 24 Jahren zu ihrem Kinderwunsch befragt. Dieses Jahr glichen die beiden Demografinnen die Aussagen nun mit den tatsächlichen Geburtenraten ab. Die Ergebnisse sind alarmierend. So gibt es nicht ein Land, in dem tatsächlich durchschnittlich so viele Kinder geboren wurden, wie sich die Frauen in jungen Jahren vornahmen. Die Lücke zwischen Wunsch und Realität fällt zudem je nach Nationalität unterschiedlich aus. Am größten ist die Differenz im Süden Europas.

Deutsche Frauen haben 0,3 Kinder weniger als geplant

In Südeuropa wünschen sich junge Frauen relativ viele Kinder, liegen aber bei den Geburten überraschenderweise sogar unter dem europäischen Durchschnitt. Das Gegenteil dazu liefert Frankreich. Zwar haben auch die Französinnen weniger Nachwuchs, als sie ursprünglich anstrebten, jedoch ist die Lücke mit 0,12 weniger Kindern am geringsten von allen untersuchten Staaten. In Spanien fällt dieser Wert im Vergleich dazu mit 0,75 gleich sechs Mal so groß aus. Auch in Österreich und Deutschland ist die Lücke mit 0,3 weniger Kindern als geplant immerhin doppelt so groß wie in Frankreich. In Zentral- und Osteuropa liegen die Werte generell in einem niedrigeren Bereich. Einzige Ausnahmen bilden dabei das wirtschaftlich angeschlagene Baltikum sowie Slowenien.

Deutsche wollen keine Großfamilie

Insgesamt kommen die Bundesbürger aktuell auf 1,8 Kinder pro Frau. Würde den Plänen der 20- bis 24-Jährigen in den 1990er Jahren Glauben geschenkt, läge dieser Wert jedoch bei 2,1 Kindern. Deutschland würde somit sogar das Bestandserhaltungsniveau erreichen. Dies bedeutet, dass je 1.000 Frauen eines Geburtsjahrgangs bis zum 49. Lebensjahr wiederum 1.000 Mädchen zur Welt brächten. Das wiederum garantiert, dass die Bevölkerung auch ohne Immigration nicht schrumpft.

Doch im Gegensatz zu den südlichen Ländern wollen die Bundesbürgerinnen meist von vornherein keine große Familie. So streben sie den wenigsten Nachwuchs von allen 20 untersuchten Nationen an. Gar keine Kinder wünscht sich allerdings kaum jemand. Nur fünf Prozent der deutschen Studienteilnehmerinnen lehnt ein solches Lebensmodell ab. Der tatsächliche Anteil liegt mit 23 Prozent jedoch deutlich darüber. Folglich bleiben viele Frauen ungewollt kinderlos.

Kinderlose sind meist hochgebildet

In Deutschland ist schon seit mehreren Jahrzehnten die Zwei-Kind-Familie die Norm. Wer mit diesem Familienmodell sozialisiert ist und keine Großfamilien im Umfeld erlebt, entscheidet sich auch später kaum für drei oder mehr Sprösslinge. Hinzu kommt die Problematik, dass mit Kindern meist immer noch Abstriche bei der Karriere gemacht werden müssen. So ist es kein Zufall, dass Kinderlosigkeit insbesondere bei Hochgebildeten auftritt. In beinahe allen analysierten Ländern bekamen Frauen mit höheren Abschlüssen weniger Nachwuchs. Jedoch ist ihre gewünschte Familiengröße nicht geringer als die aller anderen. Die Studienautorinnen fordern daher eine bessere Unterstützung für Akademikerinnen mit Kinderwunsch wie ein gut ausgebautes Betreuungssystem oder mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und Arbeitsort. Diese Forderungen gelten im Übrigen gleichermaßen für Väter.

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