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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 5.9.2016 Drucken

Ehrenamt als emotionale Altersvorsorge

Im fortgeschrittenen Alter wirkt sich ein Ehrenamt positiv auf die Psyche aus. Diese Tatsache ist schon länger bekannt. Neu hingegen ist, dass dieser Effekt viel früher einsetzt als bislang gedacht.

In Deutschland engagieren sich laut Statista 14,4 Millionen Menschen ab 14 Jahren ehrenamtlich. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr 2015 und immerhin 17,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, investieren Deutsche mit steigendem Lebensalter auch zunehmend mehr Zeit in ein freiwilliges Engagement.

Das Ehrenamt als emotionale Altersvorsorge

Die Motive dafür sind verschiedener Natur. Die einen möchten der Gesellschaft etwas zurückgeben oder sich in sozialer Kompetenz üben. Andere wiederum möchten dadurch einen beruflichen Ausgleich finden oder im Alter aktiv bleiben.

Von nichts kommt nichts!

Ein ehrenamtliches Engagement fördert nicht nur die psychische Gesundheit, sondern auch das emotionale Wohlbefinden. Zu diesem Ergebnis kommt eine britische Studie des Statistical Sciences Research Institute an der University of Southampton. Die Untersuchung basiert auf dem British Household Panel Survey, einer bevölkerungsbasierten Langzeitstudie mit 66.343 Befragten ab 15 Jahren.

Die Ergebnisse belegen, dass ab einem Alter von 40 Jahren bis hinein ins hohe Alter von über 80 Jahren gemeinnützige Arbeit das emotionale Wohl und damit verbunden die Zufriedenheit steigern kann. Menschen hingegen, die sich in ihrem Leben zu keinem Zeitpunkt ehrenamtlich engagiert haben, waren in ihrer zweiten Lebenshälfte in einem weniger guten emotionalen Zustand.

Ehrenamt fördert Wohlbefinden

Insgesamt gaben unter den Befragten 21 Prozent an, Erfahrungen mit ehrenamtlicher Arbeit zu haben. Darunter waren rund 25 Prozent der Altersgruppe zwischen 60 bis 74 Jahren. Bei der jüngsten Gruppe im Alter von unter 29 Jahren waren es hingegen gerade einmal 17 Prozent, die sich für andere engagierten.

Bei der Frage nach der eigenen Gesundheit hatten diejenigen die besseren Ergebnisse, die regelmäßig in einem Ehrenamt arbeiten. „Gemeinnützige Arbeit bietet größere Möglichkeiten für soziale Kontakte, von denen sie profitieren können. Das könnte wiederum wie ein Schutzeffekt auf den Gesundheitszustand wirken“, erklären die Wissenschaftler diese Auffälligkeit. Menschen ohne diese Erfahrungen wiesen im Vergleich dazu schlechtere Gesundheitswerte auf.

Weitere Einflussfaktoren auf die Gesundheit, wie der Beziehungsstatus, der Bildungsstand und der soziale Status wurden in der Studie ebenfalls berücksichtigt. Lediglich das familiäre und informelle Engagement, wie zum Beispiel die Nachbarschaftshilfe oder Freundschaftsdienste, wurden außen vor gelassen.

Türöffner zu mehr sozialen Kontakten und besseren Möglichkeiten

Anhand der Ergebnisse gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine gemeinnützige Arbeit in jungen Jahren eher als verpflichtend wahrgenommen wird. Jedoch im fortgeschrittenen Alter würden familiäre Verbindungen, das Umfeld und soziale Rollen ein unentgeltliches Engagement fördern. Ebenso kamen auch ältere Untersuchungen zu der Erkenntnis, dass ein Ehrenamt zu einem breiten sozialen Netzwerk, zu mehr Einfluss und mehr Ansehen führt. All das wirkt sich positiv auf die körperliche sowie mentale Gesundheit aus.

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