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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 24.9.2016 Drucken

Durchschnittsalter: Wir werden jünger … und älter

Das Durchschnittsalter in Deutschland ist erstmals seit der Wiedervereinigung gesunken, an der Alterung unserer Gesellschaft ändert das allerdings nichts.

Mehr Einwohner, gesunkenes Durchschnittsalter, mehr über 80-Jährige – so lauten die zentralen Demografie-Befunde, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) veröffentlicht hat. Im Rahmen einer demografisch-orientierten Initiative wurden dazu aktuelle Destatis-Daten zum Jahresende 2015 herangezogen. Die Ergebnisse: das Durchschnittsalter der in Deutschland lebenden Menschen ist 2015 erstmals seit 1990 wieder gesunken. Wenn auch nur marginal um einen Monat auf nunmehr 44,2 Jahre. Die anhaltende Zuwanderung sorgte dafür, dass die Bevölkerungszahl Deutschlands 2015 um rund 980.000 auf rund 82,2 Millionen gestiegen ist. Doch diese Zahlen sind noch unter Vorbehalt zu betrachten. So ist weder die Registrierung abgeschlossen, noch kann derzeit eingeschätzt werden, wie die ausstehenden Asylanträge beschieden werden und wie viele Flüchtlinge letztlich in Deutschland bleiben.


Durchschnittsalter: Wir werden jünger … und älter


Stark im Kommen: Die Jungen

Ein Zuwanderungsgewinn aus dem Ausland von 1,1 Millionen Menschen konnte das Geburtendefizit deutlich ausgleichen. Darunter befinden sich überdurchschnittlich viele jüngere Menschen. Das führte dazu, dass es in der Alterskohorte der unter 20-Jährigen ein Wachstum in einer Größenordnung wie seit 1966 nicht mehr gegeben hat. Jenes Jahr markierte – je nach Betrachtungsweise – den vermeintlichen Abschluss jener sogenannten „Baby-Boomerjahre“. Insgesamt stieg im Vergleich zu 2014 die Zahl der Menschen unter 20 Jahren um 2,2 Prozent auf 15,1 Millionen Ende 2015. Auch die nachfolgende Altersgruppe verzeichnete ein solides Wachstum. Die  Gruppe der 20- bis unter 40-Jährigen nahm um 2,6 Prozent auf 20,1 Millionen zu. Gerade diese Generation verfügt über ein hohes Erwerbspersonenpotenzial. Stattdessen verringerte sich die Anzahl in der Gruppe der 40- bis unter 60-Jährigen. Zwischen 2014 und 2015 sank deren Zahl um 0,4 Prozent auf 24,5 Millionen Menschen. Alle Altersgruppen im Überblick präsentiert diese GDV-Grafik.

Prägen zunehmend die Gesellschaft: Die Alten

Allein von 2014 auf 2015 nahm die Zahl der über 80-Jährigen um 4,1 Prozent auf rund 4,7 Millionen zu. Nach den vorliegenden Daten stieg auch die Gruppe der 60- bis unter 80-jährigen. Wenn vergleichsweise auch wesentlich geringer: um 0,4 Prozent auf 17,8 Millionen. Ältere Menschen werden – allein schon aufgrund ihrer zahlenmäßigen Stärke – unsere Gesellschaft zunehmend prägen. Neben ihrer Erfahrung, Kaufkraft und zunehmenden Fitness sind sie in der Regel auch gesellschaftlich, sozial und politisch aktiv(er) als frühere Generationen. Nicht zu vergessen, welchen Stellenwert ihr wachsender Anteil für die politische (Wähler-)Landschaft ausmachen kann. Gemäß den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes könnte sich je nach Trendvariante bis zum Jahr 2060 das Durchschnittsalter auf einen Wert zwischen 47,6 und 50,6 Jahren einpendeln. Zum Vergleich: 1990, dem Jahr der deutschen Einheit, lag es bei 39,3 Jahren. Welcher Wert am Ende wirklich erreicht wird, hängt maßgeblich von Faktoren wie Geburtenrate, Lebenserwartung und (künftiger) Zuwanderung ab.

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