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Demographie | 17.2.2021 Drucken

Doppelt gefordert: Beruf und familiäre Pflege

Neben der beruflichen Tätigkeit auch noch eine familiäre Pflege zu übernehmen, sorgt gerade in der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen für eine doppelte Belastung.

Die Familie ist Deutschlands größter Pflegedienst. Die familiäre Pflege ist laut Statistischem Bundesamt die häufigste Form einer Pflegeleistung.

Auch Freunde, Bekannte oder Nachbarn werden privat gepflegt beziehungsweise unterstützt. Neben pflegerischer Hilfe werden beispielsweise Tätigkeiten wie gemeinsame Spaziergänge, Essen kochen, Einkaufen oder Behördengänge übernommen. Engagiert ist vor allem die Personengruppe der 30- bis 59-Jährigen. Sie leisten in rund der Hälfte aller privaten Pflegesituationen diese – meist – familiäre Pflege. Dabei sind es in der Mehrheit Frauen, die berufliche Anforderungen mit dem Pflegealltag koordinieren müssen. Zahlen dazu hat der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd) vorgelegt.

Rund fünf Millionen Angehörige helfen

Auch wenn manche TV-Bilder und viele vitale ältere Menschen vielleicht ein anderes Bild vermitteln, Pflege wird im Alter für nicht wenige zu einem akuten Thema. Innerhalb von zwei Dekaden stieg zwischen 1999 und 2019 die Zahl der Pflegebedürftigen von gut zwei Millionen auf 4,1 Millionen. Sie befinden sich zu einem großen Teil in familiärer Pflege. So werden vier von fünf Pflegebedürftigen zu Hause versorgt: 2,33 Millionen durch Angehörige und weitere 0,98 Millionen zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflege- und Betreuungsdienste. Dabei übernehmen oft verschiedene Familienmitglieder Aufgaben. Nach den jüngsten verfügbaren Zahlen des Sozio-oekonomischen Panel teilten sich in Deutschland im Jahr 2017 knapp fünf Millionen Menschen die familiäre Pflege von 2,7 Millionen Pflegebedürftigen. Diese Unterstützung leisteten die meisten von ihnen neben ihrer Teilzeit- oder sogar Vollzeitbeschäftigung.

Überwiegend sind Frauen im Einsatz

In der Mehrheit sind es Frauen, die im Rahmen familiärer Pflege Aufgaben übernehmen.

Bei der Erhebung im Jahr 2017 waren rund 60 Prozent aller Pflegenden weiblich. Nach Altersgruppen differenziert kann dieser Anteil sogar noch höher liegen. So betrug er 63 Prozent bei den 30- bis 59-Jährigen, also in der Hauptgruppe der Erwerbstätigen. Bei ihnen kann die familiäre Pflege auch ein Grund dafür sein, wegen der anhaltenden Doppelbelastung nur einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen. 76 Prozent der männlichen, aber nur 35 Prozent der weiblichen Pflegenden dieser Altersgruppe arbeiteten 2017 in Vollzeit. Zugleich hatten 39 Prozent der pflegenden Frauen dieser Altersgruppe eine Teilzeitbeschäftigung. Bei den Männern waren es lediglich vier Prozent.

Pflege kostet Kraft und Zeit

Familiäre Pflege kostet neben finanziellen, physischen oder psychischen Belastungen vor allem Zeit. So investierten die Pflegenden in Deutschland 2017 durchschnittlich von Montag bis Freitag 2,6 Stunden und am Wochenende im Schnitt jeweils 2,5 Stunden pro Tag für ihre pflegebedürftigen Angehörigen. In der Haupterwerbsgruppe der 30- bis 59-Jährigen waren es 2,3 Stunden, die dann zusätzlich zum Job für die Pflegezeit anfielen. Von den Pflegenden gaben rund zehn Prozent der pflegenden Frauen und Männer an, unter der Woche sogar mindestens fünf Stunden pro Tag für ihre Pflegetätigkeiten aufzuwenden.

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