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Demographie

In die Zukunft geschaut: So altert und schrumpft unser Land.

Demographie | 1.6.2015 Drucken

Deutschland auf Schrumpfkurs

Deutschland schrumpft und altert – auf diesen knappen Nenner lässt sich die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung bringen, die im April vom Statistischen Bundesamt in Berlin vorgestellt wurde.

Die Zahl der Gestorbenen übersteigt die Zahl der Geborenen hierzulande immer mehr. Daran ändert auch die zunehmende Lebenserwartung nichts. Allmählich wachsen die stark besetzten Geburtsjahrgänge ins hohe Alter hinein. Dadurch nimmt die Anzahl der Sterbefälle zwangsläufig zu. Sie steigt von 894.000 im Jahr 2013 auf 1,1 Millionen Anfang der 2050er Jahre und geht anschließend bis 2060 auf knapp eine Million zurück. Damit klafft die Schere zwischen Gestorbenen und Geborenen immer weiter auseinander. In den Jahren bis 2020 zunächst erst langsam, weil die Geburtenzahl in den nächsten fünf Jahren noch relativ stabil bei etwa 700.000 Neugeborenen bleibt. In dieser Zeitspanne verzeichnet Deutschland noch eine relativ günstige Altersstruktur der potenziellen Mütter. Die gut besetzten Jahrgänge der 80er, die Kinder der Babyboomer, befinden sich dann im Alter von Mitte 20 bis Mitte 30. In diesem Alter fällt die Geburtenhäufigkeit besonders hoch aus. Doch dann sinkt die Zahl der Neugeborenen. Im Jahr 2060 rechnen die Demografen in Deutschland  nur noch mit 500.000 bis 550.000 Geburten.


Deutschland auf Schrumpfkurs


Die Folge des Auseinanderdriftens von Geborenen und Gestorbenen: Deutschland schrumpft. Das war bereits von 2003 bis 2010 der Fall. Ab 2011 konnte eine ungewöhnlich starke Zuwanderung diesen Prozess vorläufig stoppen. Doch auf lange Sicht vermag die Nettozuwanderung am Bevölkerungsrückgang nichts zu ändern. Die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung geht bei einer Fortsetzung der langfristigen demografischen Trends davon aus, dass die Einwohnerzahl Deutschlands von 80,8 Millionen Ende 2013 auf 73,1 Millionen oder gar 67,6 Millionen abnimmt. Welches Szenario eintritt, hängt von der Höhe der Zuwanderung ab. Im ersten Fall nehmen die Statistiker eine jährliche Nettozuwanderung von 200.000 Personen an, im zweiten sind es nur 100.000 pro Jahr. Welcher Fall eintreten wird, lässt sich heute noch nicht mit Sicherheit sagen, einig sind sich die Experten aber darin, dass es nicht bei der halben Million neuer Bürger bleiben wird, die wir in den letzten Jahren in Deutschland begrüßen konnten.


Deutschland auf Schrumpfkurs


Vor allem die Alterung der stark besetzten mittleren Jahrgänge hinterlässt deutliche Spuren in der Altersstruktur. Der Anteil der Kinder und jungen Menschen unter 20 Jahren nimmt von 18 auf 16 Prozent bis zum Jahr 2060 ab. Noch gravierender sind die Veränderungen der 20- bis 64-Jährigen: Ihr Anteil sinkt bis 2060 von 61 Prozent auf 51 bis 52 Prozent. Spiegelbildlich nimmt die Gruppe der 65-Jährigen und Älteren zu, von 21 Prozent (2013) auf 32 bis 33 Prozent (2060). Das hat Konsequenzen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, weil die Bevölkerung im Erwerbsalter durch Schrumpfung und Alterung stark betroffen ist. 2013 befanden sich noch 49,2 Millionen im erwerbsfähigen Alter (20 bis 64 Jahre). 2060 sind es nach den Prognosen der Demografen nur noch etwa 38 Millionen. Das ist ein Rückgang von fast einem Viertel. Bei dieser Entwicklung wird unterstellt, dass die Nettozuwanderung von 500.000 Personen im Jahr 2014 bis 2021 stufenweise auf 200.000 absinkt und dann auf diesem Niveau bleibt. Fällt der Wanderungssaldo dagegen auf 100.000 ab, werden sich 2060 nur noch 34 Millionen Personen im erwerbsfähigen Alter befinden. Gegenüber 2013 ergäbe sich damit ein Rückgang von 30 Prozent.

Zuwanderung hält Rückgang nicht auf

Das Ausmaß der Zuwanderung nach Deutschland entscheidet also maßgeblich über das Potenzial der erwerbsfähigen Personen, kann aber selbst bei einer positiveren Entwicklung die Schrumpfung nicht aufhalten. Eine Verbesserung der Geburtenrate, gegenwärtig liegt sie ziemlich stabil bei 1,4, würde sich allenfalls am Ende der betrachteten Periode auswirken. In der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung wird in einem Szenario ein Anstieg auf 1,6 Kinder je Frau angenommen. Bei einer solchen Entwicklung hätte Deutschland im Jahr 2060 dann 1,7 Millionen Menschen mehr, überwiegend junge.

Altenquotient verdoppelt sich fast

Der Rückgang der Personen im Erwerbsalter einerseits und die Zunahme der Senioren hat nicht nur Konsequenzen für die Wirtschaft unseres Landes, sondern auch für die Alterssicherungssysteme. Das Verhältnis von Leistungsempfängern in den Alterssicherungssystemen zu den Trägern dieser Systeme verschlechtert sich. Im Jahr 2013 entfielen auf 100 Personen im Erwerbsalter (20 bis 64 Jahre) 34 Personen, die bereits 65 oder älter waren. 2060 sind es je nach Szenario 61 oder sogar 65 ältere Menschen. Dieser sogenannte Altenquotient verändert sich in den kommenden 45 Jahren allerdings nicht gleichmäßig, sondern es vollzieht sich ein besonders schneller Anstieg bis in die Mitte der 2030er Jahre. Danach bleibt er zunächst relativ konstant, um dann wieder etwas langsamer anzusteigen.


Die 13. zwischen den Statistischen Ämtern von Bund und Ländern koordinierte Bevölkerungs-vorausberechnung für Deutschland zeigt die Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2060. Der zugrunde liegende Bevölkerungsbestand am 31. Dezember 2013 beruht auf der justierten Bestandsfortschreibung auf Basis des Zensus 2011. Die Vorausberechnung gründet sich auf Annahmen zur Geburtenhäufigkeit, zur Lebenserwartung und zum Saldo der Zuzüge nach und der Fortzüge aus Deutschland, woraus sich insgesamt acht Varianten der zukünftigen Entwicklung ergeben. Außerdem liegen drei zusätzliche Modellrechnungen für analytische Zwecke vor.


 

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