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Betriebliche Altersversorgung

Gemeinsam in einem Boot: So trägt der Arbeitgeber zur Rente bei.

Betriebliche Altersversorgung | 30.7.2018 Drucken

Zielrente: Fünftes Konsortium tritt an

Unter dem Label „Initiative Vorsorge“ tritt ein weiteres Konsortium aus vier Versicherern mit einem eigenen Angebot für das Sozialpartnermodell an.

Damit setzt sich ein Trend fort. Versicherer schließen sich zusammen, um gemeinsam den Tarifpartnern Angebote für die neue Zusageform in der betrieblichen Altersversorgung, die ohne Garantie auskommt, zu unterbreiten. Zum jüngsten Zusammenschluss gehören die Alte Leipziger Lebensversicherung, die Lebensversicherung von 1871, die Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung und der Volkswohl Bund.

WettlaufDamit hat sich inzwischen das fünfte Konsortium formiert. Vor allem mittelgroße Versicherer in der Rechtsform des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit suchen ein gemeinsames Dach. In der Hoffnung, so beim Sozialpartnermodell mithalten zu können. Das hat gute Gründe. Zum einen sind nicht so viele Projekte zu verteilen, da es wohl maximal ein solches Modell je Branche geben wird. Zum anderen sind mit großer Wahrscheinlichkeit einige Anbieter schon gesetzt. So wird die Metallbranche zweifellos ihr eigenes Versorgungswerk Metallrente nutzen, falls eine tarifliche Vereinbarung über ein Sozialpartnermodell getroffen wird. Mit der Klinikrente gibt es einen weiteren solchen Platzhirsch für den Gesundheitsbereich.

Markige Namen für das neue Produkt

Da wird es für mittelgroße Versicherer schwierig, auf eigene Faust mitzumischen. Schon früh zu dieser Einsicht gelangten die Stuttgarter, die Barmenia, die Debeka, die Gothaer und die HUK Coburg, die sich als erste zu einem Konsortium zusammenfanden. Es firmiert unter dem eingängigen Label „Rentenwerk“. Markige Bezeichnungen suchten sich auch die danach folgenden Zusammenschlüsse. Zum Konsortium „Deutsche Betriebsrente“ fanden sich die Talanx Deutschland AG und die Zurich-Gruppe zusammen. Das jüngste Konsortium wählte den  Produktnamen „LebensRente“.  Nur das genossenschaftliche Bündnis aus R+V Lebensversicherung und Union Investment Privatfonds entschied sich für den eher technischen Begriff „Zielrente“. Er steht synonym für das Sozialpartnermodell.

Expertise für die Kapitalanlage

Ein weiterer Trend zeichnet sich bei den Konsortien ab. Haben die beteiligten Gesellschaften keinen Pensionsfonds in den eigenen Reihen, wird ein Partner mit spezieller Kapitalanlageerfahrung ins Boot geholt. Die dieser Tage vorgestellte Initiative Vorsorge hat HSBC Global Asset Management verpflichtet. Die Signal Iduna, die den Tarifparteien in Handwerk, Handel und Gewerbe Sozialpartnermodelle schneidern will, greift gleich auf drei Asset Manager aus dem eigenen Konzern zurück: die Privatbank Donner & Reuschel, Signal Iduna Asset Management und Hansa Invest. Wahrscheinlich wollte man keine der drei Tochter- beziehungsweise Schwestergesellschaften vom neuen Geschäft ausschließen.

Viel Konkurrenz bei der Mandatsvergabe

Gestandene Branchenplatzhirsche und neue Versichererkonsortien sind aber längst nicht die einzigen, die bei der Vergabe der Mandate für Sozialpartnermodelle im Beauty-Contest antreten werden. Auch wenn sich die Allianz bislang noch nicht weiter geäußert hat und der garantielosen Zielrente von Anfang an eher skeptisch gegenübersteht, darf man getrost davon ausgehen, dass der Marktführer und sehr starke bAV-Anbieter bei der Mandatsausschreibung schließlich auch mitbieten wird. Die öffentlichen Versicherer, die mit der S-Pensionsmanagement GmbH ebenfalls ein gut positioniertes bAV-Zentrum besitzen, werfen sicher auch ihren Hut in den Ring, sollten Tarifpartner mit Zielrentenplänen schwanger gehen.

Gibt es weitere Branchenversorgungswerke?

Außerdem bleibt abzuwarten, ob im Zusammenhang mit dem Sozialpartnermodell weitere Branchenversorgungswerke wie die Metall- und Klinikrente entstehen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di soll dem Vernehmen nach schon länger mit dem Gedanken umgehen. Die Tarifpartner im Bankgewerbe haben bereits ein solches eigenes Versorungswerk, das auch für das Sozialpartnermodell zur Verfügung steht. Das hat BVV-Vorstand Helmut Aden schon vor einiger Zeit klargestellt. In einigen Branchen werden die Konsortien der mittelgroßen Versicherer also mit sehr überzeugenden Konzepten antreten müssen, um überhaupt eine Chance zu bekommen.

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