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    Betriebliche Altersversorgung

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    Betriebliche Altersversorgung | 25.3.2021 Drucken

    DAX-Pensionswerke: Stabil trotz Zinsdruck und Krise

    Die Pensionsverpflichtungen der heutigen DAX-Unternehmen sind 2020 um 1,8 Prozent auf 409 Milliarden Euro gesunken.

    Auch die Pensionsvermögen der DAX-Werte liegen niedriger als im Vorjahr: Sie verringerten sich um 3,9 Prozent auf 266 Milliarden Euro.

    DAX

    Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass Unternehmen mit hohen Pensionsverpflichtungen und -vermögen den DAX verlassen haben, während Unternehmen mit geringeren Pensionsverpflichtungen und -vermögen nachrückten. Dadurch wurden Effekte, die aus den Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten stammten, überkompensiert: Der noch weiter gesunkene Rechnungszins ließ den Umfang der Pensionsverpflichtungen weiter ansteigen, während gute Erträge (+3,8 Prozent) die Pensionsvermögen vergrößerten. Der Ausfinanzierungsgrad blieb dennoch nahezu stabil. Er sank 2020 im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 65 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „DAX-Pensionswerke 2020“ der Unternehmensberatung Willis Towers Watson.

    Änderungen im Index schlugen sich nieder

    „Angesichts eines von der Corona-Krise deutlich geprägten volatilen Aktienjahres sowie des verschärften Zinsdrucks hätte man durchaus einen stärkeren Rückgang des Ausfinanzierungsgrads erwarten können“, sagt Dr. Heinke Conrads, Leiterin Retirement Deutschland und Österreich bei Willis Towers Watson. „Tatsächlich wurden die Pensionswerke aber sehr stabil gemanagt“, so die bAV-Expertin. Sie ergänzt: „Dies bestätigt den Erfahrungswert, dass viele große Unternehmen ihre Pensionswerke wetterfest aufgestellt haben, so dass sie auch bei schwierigeren externen Rahmenbedingungen stabil laufen. Dass die Pensionsvermögen 2020 in Summe dennoch niedriger sind als 2019 ist im Wesentlichen auf die Änderungen im Index zurückzuführen.“

    Unternehmen übertrafen eigene Renditeerwartungen

    Nachdem an den Aktienmärkten zu Beginn der Corona-Krise deutliche Kursverluste in Höhe von etwa 30 Prozent zu verzeichnen waren, erholten sich die Kurse auf Basis der umfangreichen fiskalischen und geldpolitischen Veränderungen rasch wieder, so dass das Kalenderjahr mit leichten Kursgewinnen zu Ende ging. Dies schlägt sich auch in den Erträgen auf die Pensionsvermögen nieder, die 9,9 Milliarden Euro betrugen. Dies ist weniger als im Vorjahr (30,2 Milliarden Euro), was aber mit Blick auf das gute Aktienjahr 2019, in dem zudem Erträge auf wesentlich höhere Pensionsvermögen erwirtschaftet wurden, nicht erstaunt. Tatsächlich konnten die DAX-Unternehmen ihre eigene Renditeerwartung für ihre Pensionsvermögen 2020 (3,4 Milliarden Euro) deutlich übertreffen.

    Darüber hinaus haben viele Unternehmen, wie in den Vorjahren auch schon, ihre Pensionsvermögen durch zusätzliche Dotierungen ausgebaut. So reservierten sie insgesamt rund 7,8 Milliarden Euro (Vorjahr 7,6 Milliarden Euro) zusätzlich für die Pensionszahlungen.

    Entweder Pensionsvermögen oder Bilanzrückstellung

    Die spezifischen Pensionsvermögen werden unwiderruflich vom restlichen Unternehmensvermögen separiert und ausschließlich für die Zahlung der künftigen Betriebsrenten reserviert. Unternehmen in Deutschland können wählen, ob sie ihre Pensionsverpflichtungen (ganz oder teilweise) mit spezifischem Pensionsvermögen bedecken oder Bilanzrückstellungen bilden. Diese Entscheidung hängt häufig mit der jeweiligen Geschäftsstrategie zusammen. Die zukünftigen Betriebsrentenansprüche werden von dieser Entscheidung nicht berührt.

    Keine auskömmlichen Renditen mit Garantiemodellen

    Der Rechnungszins fiel von dem letztjährigen Tiefstand weiter. Aktuell setzen die DAX-Unternehmen im Median einen Rechnungszins von 0,80 Prozent. Das sind 31 Basispunkte weniger als im Vorjahr (2019: 1,11 Prozent). Eine Zinswende ist angesichts der Kapitalmarkt-Stützungsmaßnahmen der Notenbanken vorerst nicht zu erwarten. „Kurz zusammengefasst bedeutet das: Auskömmliche Renditen für die bAV lassen sich mit den herkömmlichen Garantiemodellen nicht mehr erzielen. Das Sozialpartnermodell ist eine mögliche Alternative. Zudem erarbeiten Versicherer und Unternehmen neue Modelle, die reduzierte Garantien und damit höhere Renditechancen beinhalten“, berichtet Hanne Borst, Leiterin Actuarial Consulting bei Willis Towers Watson.

    Neue Balance von Sicherheit und Renditechance nötig

    Allerdings bevorzugen zwei Drittel aller Mitarbeiter (66 Prozent) Garantien in der bAV gegenüber hohen Ertragschancen. Borst fügt hinzu: „Im aktuellen Zinsumfeld lassen sich mit den herkömmlichen Garantiemodellen garantiert nur niedrige Erträge erwirtschaften. Es gilt also, Mitarbeitern das Für und Wider von Garantiemodellen nahezubringen, damit sie gute Entscheidungen für ihre Altersvorsorge treffen können. Hier besteht noch viel Handlungsbedarf.“ Immerhin: Jüngere Mitarbeiter sind offener für eine neue Balance von Sicherheit und Renditechancen. Von den unter 25-Jährigen, die im Niedrigzinsumfeld groß geworden sind, präferiert nur die Hälfte (51 Prozent) Garantien, während es bei den über 55-Jährigen, die auf eine lange Hochzinsphase zurückblicken, 74 Prozent sind, wie der Global Benefits Attitudes Survey von Willis Towers Watson zeigt.


    Die Studie „DAX-Pensionswerke 2020“ basiert auf den Geschäftsberichten der DAX-Unternehmen, einschließlich der Anhangsangaben zu den
    Pensionsverpflichtungen sowie weiterer öffentlich zugänglicher Daten. Per 23. März 2021 hatten 27 Indexmitglieder ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 vorgelegt. Bei Delivery Hero, E.ON und Deutsche Wohnen, deren aktuelle Daten noch nicht veröffentlicht sind, hat Willis Towers Watson die Vorjahreswerte berücksichtigt und damit Hochrechnungen durchgeführt.

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