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    Arbeitswelt

    Auf Wandel eingestellt: Mit Wissen und Erfahrung

    Arbeitswelt | 20.1.2022 Drucken

    Migranten schwächen Fachkräftemangel ab

    Immer mehr Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft besetzen offene Stellen in sogenannten Engpassberufen. Damit leisten Migranten einen unverzichtbaren Beitrag, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

    Ohne die gestiegene Zuwanderung wären die Engpässe auf dem Arbeitsmarkt deutlich schlimmer. Bereits 8,2 Prozent aller Tätigkeiten in der Altenpflege werden von Migranten ausgeübt. Vor allem in Branchen mit akutem Fachkräftemangel steigt die Anzahl an Mitarbeitern ohne deutsche Staatsbürgerschaft.

    Migranten schwächen Fachkräftemangel ab

    Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft, die den Beitrag von Migranten und Geflüchteten auf den deutschen Arbeitsmarkt untersuchte. Ergebnis: Nirgendwo arbeiten so viele qualifizierte Migranten wie in der Logistik und in der Gastronomie. Sogar im Pandemiejahr 2020 stieg die Anzahl von Geflüchteten in Fachkraftberufen, für die eine schulische oder betriebliche Ausbildung erforderlich ist. Das ist insofern erstaunlich, da Geflüchtete überproportional häufig in Branchen arbeiten, die von Corona besonders betroffen waren. In der Gesundheits- und Krankenpflege hat darüber hinaus jede zwölfte Fachkraft eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das sind doppelt so viele wie im Jahr 2013. Auch im Bereich Bauelektrik sehen die Zahlen ähnlich aus. Über zehn Prozent Migranten arbeiten zudem in der Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnikbranche. All diese Berufsfelder verzeichnen zahlenmäßig die größten Fachkräftelücken in der Bundesrepublik.

    Ausbildungsmarkt profitiert von Migranten

    Ohne die gestiegene Zuwanderung in den vergangenen Jahren fiele der Fachkräftemangel folglich deutlich gravierender aus. Das bestätigt auch der Ausbildungsmarkt. Unternehmen fällt es zunehmend schwer, Azubistellen passend zu besetzen. Die gesunkene Nachfrage schwächen Migranten jedoch erheblich ab, so die Studienautoren. 2019 kam es zu rund 60.000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen von Jugendlichen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Das sind knapp doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Mehr als zwei von drei dieser Ausbildungsanfänger begannen dabei eine Ausbildung in einer Branche mit Fachkräftemangel. Jeder zehnte Betrieb beschäftigt zurzeit mindestens einen Geflüchteten im Rahmen einer dualen Ausbildung.

    Von deutschlandweit insgesamt 33 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben rund vier Millionen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das entspricht einem Anteil zwölf Prozent oder rund jedem Achten. Das ist ein Anstieg von über 75 Prozent im Vergleich zu 2013, was vor allem an den gestiegenen Zuwanderungszahlen liegt. Knapp die Hälfte der Migranten arbeitet dabei als ausgebildete Fachkraft.

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