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    Arbeitswelt

    Auf Wandel eingestellt: Mit Wissen und Erfahrung

    Arbeitswelt | 8.12.2020 Drucken

    Lohnt sich Kurzarbeit für den Staat?

    Was kostet die Bundesrepublik eigentlich mehr: Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit? Nicht nur die nackten Zahlen spielen bei der Antwort eine Rolle.

    Die Pandemie führte in Deutschland zu einer Rekordzahl bei der Kurzarbeit. Mit dieser Alternative zur Arbeitslosigkeit vermeidet der Staat Massenentlassungen. Doch wird dadurch lediglich der wirtschaftliche Stillstand subventioniert?

    Lohnt sich Kurzarbeit für den Staat?

    Dieser Frage widmet sich eine aktuelle Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB). Was ist auf Dauer teurer für den Fiskus? Im direkten Vergleich von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit sind die Kosten zunächst gleich.

    Die Lohnersatzleistung beträgt bei beiden Modellen 60 Prozent vom Nettolohn, bei Arbeitnehmern mit Kindern 67 Prozent. Auch die Sozialversicherungsbeiträge werden jeweils vom Staat übernommen. Die Steuerausfälle fallen zusätzlich in ähnlicher Höhe an, wenn nur in begrenztem Maße hinzuverdient wird. Lediglich in drei Punkten unterscheiden sich die zwei Modelle. So wird das Kurzarbeitergeld derzeit nach vier und nach sieben Monaten aufgestockt, wenn mindestens die Hälfte der Arbeit entfällt. Bei Arbeitslosigkeit geschieht eher das Gegenteil. Nach einer bestimmten Zeit enden die Ansprüche auf ALG 1 und der Jobsuchende erhält nur noch Hartz 4, was zu deutlich niedrigeren Kosten für die Staatskasse führt. Kurzarbeit wird also auf Dauer teurer für den Fiskus, Arbeitslosigkeit hingegen billiger. Jedoch nehmen Beschäftigte in Kurzarbeit seltener aufstockende Sozialleistungen in Anspruch, da der Arbeitsausfall in der Mehrheit der Fälle deutlich unter 100 Prozent liegt.

    Arbeitslosigkeit ist günstiger für den Staat

    Bei der Beantwortung der Frage „was lohnt sich finanziell mehr für den Staat?“ spielt also vor allem die Länge der Maßnahmen eine Rolle. Im Schnitt liegt die Dauer der Arbeitslosigkeit bei 13 Monaten in Deutschland. Nach dieser Zeit finden die meisten wieder einen Job. Durch Corona und die gedämpften Neueinstellungsraten liegt der Wert schätzungsweise allerdings höher. Nach der Rechnung des IAB wäre sofortige Arbeitslosigkeit rein fiskalisch betrachtet günstiger als Kurzarbeit, wenn diese länger als 13 Monate andauert. Doch in der Rechnung fehlen weitere wichtige Faktoren, die Kurzarbeit eben doch zur besseren Maßnahme in Krisenzeiten machen.

    Kurzarbeit trotzdem die bessere Wahl in Krisenzeiten

    Der Arbeitsmarkt brachte bereits geeignete Stellen mit passenden Arbeitskräften zusammen, die durch eine Arbeitslosigkeit erneut getrennt würden. Unternehmen müssten dann nach der Pandemie erheblich in Einstellungs- und Einarbeitungskosten investieren. Das würde die Firmen in einer wirtschaftlichen Phase schwächen, in der es gerade wieder aufwärtsgeht. Zudem führt Kurzarbeit aus Sicht der Beschäftigten zu deutlich weniger ökonomischer Unsicherheit und stützt somit die Konjunktur. Auch psychische Leiden, die wiederum die Krankenkasse belasten, treten deutlich seltener auf. Bei Arbeitslosigkeit besteht außerdem immer die Gefahr, dass sich diese verfestigt.

    Noch ein Punkt ist entscheidend. Nach einem Lockdown soll die Wirtschaftstätigkeit so schnell wie möglich hochgefahren werden. Mit bereits eingearbeiteten Beschäftigten, die durch Kurzarbeit lediglich pausierten, gelingt dies deutlich besser als mit komplett neuen Kollegen.

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