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    Arbeitswelt

    Auf Wandel eingestellt: Mit Wissen und Erfahrung

    Arbeitswelt | 17.2.2022 Drucken

    Längere Beschäftigungsdauer bei Tarifbindung

    Unternehmen mit Tarifvertrag bieten meist höhere Chancen auf eine längere Beschäftigungsdauer und damit letztlich auf höhere Rentenansprüche.

    Eine aktuelle Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen zeigt, dass Beschäftigte in Betrieben mit Tarifvertrag gegenüber Arbeitnehmern in tarifungebundenen Unternehmen bessere Chancen auf eine länger anhaltende Beschäftigungsdauer haben.

    Nach dem jüngst veröffentlichten IAQ-Altersübergangsreport lässt sich in Betrieben mit Tarifbindung eine größere Stabilität bei der Beschäftigung Älterer feststellen. Somit verfügen diese über bessere Möglichkeiten, ihre Rentenansprüche auszubauen.

    Polarisierende Tendenzen

    Allerdings haben die IAQ-Arbeitsmarktexperten ermittelt, dass mit zunehmendem Alter der Beschäftigten eine Polarisierung einsetzt. Während einerseits bei vielen älteren Arbeitnehmern eine längere Beschäftigungsdauer zu verzeichnen ist, stehen dem andererseits vergleichsweise kurze Beschäftigungszeiten anderer Beschäftigter in dieser Altersgruppe gegenüber. So wird laut Studie ab dem 62. Lebensjahr der Trend der durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit „entlang des Lebensalters gestoppt”. Dies liegt unter anderem an einem zunehmenden Austritt aus dem Erwerbsleben beziehungsweise an einer höheren Neuanstellungsfrequenz, um dadurch entstandene Lücken zu schließen. Dadurch reduziert sich insgesamt die mittlere Betriebszugehörigkeit. Bei 64-jährigen Arbeitnehmern beträgt diese im Schnitt noch zwölf Jahre. Ab dem 65. Lebensjahr liegt dieser Wert durchschnittlich nur noch bei neun Jahren. 

    Deutliche Unterschiede

    Der Fokus der Studie liegt auf dem Aspekt der tariflichen Bindung der Unternehmen. So lassen sich deutliche Unterschiede in der Beschäftigungsdauer zwischen Unternehmen mit beziehungsweise ohne Tarifbindung erkennen. Laut Studie liegt bei Unternehmen ohne Tarifbindung der Median der Betriebszugehörigkeitsdauer für geringqualifizierte Berufe bei vier Jahren. Beschäftigte mit Hochschulabschluss kommen in diesen Betrieben hingegen auf neun Jahre. Doch in Unternehmen mit tariflicher Bindung erreichen Arbeitnehmer eine deutlich längere Beschäftigungsdauer. Dort beträgt der Median für geringqualifizierte Berufsgruppen 14 Jahre und bei Berufen mit Hochschulabschluss sogar 24 Jahre.

    Größere Chance auf Normalarbeitsverhältnis

    Insgesamt sei in Betrieben, in denen ein Tarifvertrag gilt, eine „größere Stabilität in der Beschäftigung der Älteren” festzustellen, so die Studie. Zudem dokumentiert die Studie in diesen Unternehmen für alle Beschäftigtengruppen – also auch für weniger Qualifizierte – eine längere Betriebszugehörigkeit. Eine weitere Chance ergibt sich in Unternehmen mit Tarifbindung auch für ältere Arbeitnehmer. So stellen die Studienautoren fest, dass für diese Beschäftigtengruppe eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht, „in Betrieben mit Tarifbindung in Normalarbeitsverhältnisse zu wechseln, als dies in Betrieben ohne Tarifbindung der Fall ist”. 

    Anteil der Geringverdiener sinkt

    Unabhängig davon, ob das Beschäftigungsverhältnis in einem Unternehmen mit oder ohne Tarifbindung existiert, ist neben der Sicherheit des Arbeitsplatzes auch das Einkommen ein wichtiger Faktor. Das gilt insbesondere im Hinblick auf die dadurch erreichbaren Versorgungsansprüche im Ruhestand. Doch eine Datenauswertung des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zeigt, dass rund 19 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten lediglich im Geringverdiener-Segment tätig sind. Dieser Wert lag gemäß Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2020 bei 2.284 Euro brutto. Positiv ist hingegen, dass der Anteil der Geringverdiener an allen Einkommensgruppen zurückgeht. Er betrug im Jahr 2011 noch 21,1 Prozent. Möglicherweise trug zu dieser positiven Entwicklung auch die Tatsache bei, dass eine höhere Beschäftigungsdauer für mehr Menschen eben auch „soziale Niveauverbesserungen“ mit sich bringt, wie die IAQ-Studienautoren in ihrem Fazit feststellen.

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