Nachricht an die Redaktion

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Whitepaper Anmeldung

[contact-form-7 404 "Not Found"]

DIA Update

Abonnieren Sie den kostenlosen
Newsletter des DIA .

Arbeitswelt

Auf Wandel eingestellt: Mit Wissen und Erfahrung

Arbeitswelt | 21.6.2019 Drucken

Grundeinkommen birgt Risiken

Das von Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller initiierte solidarische Grundeinkommen ist mit nicht zu unterschätzenden Risiken verbunden.

Zu dieser Einschätzung gelangt der Arbeitsmarktexperte Joachim Wolff, der sich im IAB-Forum mit dem Berliner Modellprojekt auseinandersetzt.

Damit sei ein Vorschlag in die Sozialstaatsdebatte eingeflossen, der bei konsequenter Umsetzung einem Systemwechsel gleichkäme. Wolff räumt zwar ein, dass ein solches Grundeinkommen die Teilhabechancen von Arbeitslosen verbessern könne. Dennoch überzeuge das Konzept wegen der damit verbundenen Risiken nicht.

So besteht die Gefahr, dass reguläre Beschäftigung verdrängt und Wartearbeitslosigkeit begünstigt wird. Die Förderung beschränkt sich nämlich nicht nur auf besonders arbeitsmarktferne Arbeitslose. Die geplanten Tätigkeiten für die Bezieher des Grundeinkommens könnten von denjenigen Personen aus der Zielgruppe, die noch eine gewisse Arbeitsmarktnähe aufweisen, zumindest zum Teil auch in Form regulärer Beschäftigung ausgeübt werden. „Es könnten mithin in größerem Umfang ungeförderte Arbeitsverhältnisse wegfallen oder gar nicht erst entstehen“, gibt der Experte zu bedenken.

Gefahr von Wartearbeitslosigkeit

Das solidarische Grundeinkommen mindere zudem für die Betroffenen den Anreiz, sich nach ungeförderten Beschäftigungsverhältnissen umzuschauen. Wenn man davon ausgehe, dass nur Langzeitarbeitslose die Förderung erhalten sollen, könnte dies zum Abwarten der Arbeitslosen führen. Statt sich vielleicht auf eine befristete oder weniger attraktive Stelle zu bewerben, harren sie dann unter Umständen aus, bis sie einen Anspruch auf eine Förderung bekommen und damit eine aus ihrer Sicht attraktivere Stelle.

Bisherige Erfahrungen sprechen dagegen

Insgesamt dürfte ein solidarisches Grundeinkommen die Integration vieler Erwerbsloser in den allgemeinen Arbeitsmarkt erschweren, wenn es nicht zugleich gelingt, die Beschäftigungsfähigkeit der Geförderten zu verbessern. Das hält Joachim Wolff angesichts der Befunde zur öffentlich geförderten Beschäftigung aber nicht für sehr wahrscheinlich, zumal die Förderung nicht gezielt erfolgt.

Ein solches Grundeinkommen würde allerdings ein insgesamt höheres Lohnniveau im Niedriglohnsektor bewirken. „Diesen Effekt mag man begrüßen, er hat aber auch eine Kehrseite, da dadurch Beschäftigung wegfallen oder erst gar nicht entstehen könnte.“ Die bisherigen Erfahrungen mit öffentlich geförderter Beschäftigung sprechen ebenfalls tendenziell gegen das solidarische Grundeinkommen. So haben bereits verschiedene Studien gezeigt, dass zum Beispiel Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) den Einstieg in ungeförderte Beschäftigung eher erschweren.

Nachricht an die Redaktion

Senden Sie Hinweise, Lob oder Tadel zu diesem Artikel an die DIA Redaktion.

Nachricht an die Redaktion

Haben Sie Anmerkungen oder Fragen zu diesem Beitrag? Schreiben Sie uns gern! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Ihre Nachricht an uns


Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Artikel teilen

Ihre Nachricht am den Empfänger (optional)
Mit * markierte Felder, sind Pflichtfelder

Ausgewählte Artikel zum Thema
Geld

Reallöhne in Europa legen weiter zu

Deutschland nahm mit einer Steigerung der Tariflöhne in Höhe von drei Prozent 2018 einen Spitzenplatz unter den EU-Staaten ein. Da die Preise wieder anzogen, fielen die realen Tarifsteigerungen jedoch deutlich geringer aus. Dennoch gilt für Deutschland wie für Europa: 2018 wuchsen die Reallöhne wieder. Das zeigt der Europäische Tarifbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der […]

Artikel lesen

Jeder zweite Erwerbstätige ohne Tarifbindung

46 Prozent der Berufstätigen in Deutschland haben einen Arbeitsvertrag ohne Tarifbindung. Diese Arbeitnehmer sind überwiegend in kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigt. Bei einer Betriebsgröße mit mehr als 500 Mitarbeitern sieht die Sache ganz anders aus. Hier sind die Erwerbstätigen mehrheitlich tarifgebunden. Insgesamt jedoch haben fast drei Viertel der Unternehmen in Deutschland keine tarifvertraglichen Vereinbarungen für […]

Artikel lesen

In Cottbus verdienen Frauen mehr als Männer

Im brandenburgischen Cottbus erhalten Frauen ein vier Prozent höheres Einkommen als Männer. Wie ist das zu erklären? Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Lohnlücke bei 21 Prozent, zulasten der weiblichen Kollegen. Vollzeitbeschäftigte Frauen verdienen weniger als Männer, da sie häufiger die Erwerbstätigkeit unterbrechen, verstärkt in schlechter bezahlten Branchen arbeiten und in kleinen Betrieben tätig sind. Auch […]

Artikel lesen