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Arbeitswelt

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Arbeitswelt | 17.2.2020 Drucken

Befristungen sind bei Betrieben out

Um Kosten zu sparen, setzen Unternehmen vermehrt auf Zeitverträge bei ihren Mitarbeitern? Ein unbefristeter Arbeitsvertrag gleicht heutzutage einem Sechser im Lotto? Weit gefehlt.

Eine neue Studie zeigt nämlich, dass deutsche Betriebe deutlich häufiger unbefristet beschäftigen und der Trend damit in diese Richtung geht.

Befristungen sind bei Betrieben outSo stellten zwischen 2012 und 2017 rund 42 Prozent der Firmen mehr unbefristete Arbeitnehmer ein. Dagegen weiteten jedoch nur elf Prozent befristete Jobs aus. Diese Ergebnisse präsentiert eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Als Datenquelle diente dafür eine Wiederholungsbefragung von rund 16.000 Betrieben in Deutschland mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die Befunde sind insofern lediglich repräsentativ für Mitarbeiter, die innerhalb eines Unternehmens arbeiten und nicht für Erwerbstätige im Allgemeinen. Auch Auszubildende fließen nicht in die Untersuchung mit ein. Die Zahlen weichen daher mitunter erheblich von den Werten der allgemeinen Befristungsquoten der Bundesagentur für Arbeit ab.

Befristete Arbeitsverträge werden seltener

Nach den Studienergebnissen setzten die Firmen stärker auf Kollegen, die ohne zeitliche Begrenzung arbeiten. Sieben bis acht Prozent der Betriebe stellten zwischen 2012 und 2017 verstärkt unbefristet ein und bauten gleichzeitig befristete Stellen ab. Den umgekehrten Weg schlugen je nach Zeitraum hingegen nur fünf bis sechs Prozent ein. Der bei weitem größte Anteil der Unternehmen veränderte die Erwerbsformen seiner Mitarbeiter nicht. Die Zahl der befristeten Erwerbstätigen sank zudem von 2,64 auf 2,55 Millionen, obwohl im selben Zeitraum insgesamt immer mehr Menschen eine Stelle annahmen.

Den Rückgang von Befristungen machen daher vor allem die prozentualen Angaben deutlich. Unter allen abhängigen Kernerwerbstätigen sank der Anteil von 8,4 auf 7,6 Prozent. Ursache für diese Entwicklung ist insbesondere der langanhaltende Konjunkturaufschwung, wodurch wirtschaftliche Unsicherheiten abnehmen. Betriebe, die in eine ungewisse Zukunft blicken und ihren Umsatz nicht genau planen können, greifen nämlich häufiger zu Zeitverträgen bei ihren Angestellten. Im Übrigen erhöht ein Branchentarifvertrag die Chance auf einen Job ohne vorgegebenes Ende. Die Existenz eines Betriebsrates hingegen wirkt sich nicht auf die Neigung der Arbeitgeber zu Befristungen aus.

Unbefristet, aber dafür Teilzeit?

Wie stehen die Chancen auf neue unbefristete Arbeitsverträge?  Entscheidend ist dabei vor allem, in welcher Branche Arbeitnehmer tätig sind. Wer auf eine unbefristete Stelle aus ist, sollte sich am besten im Baugewerbe, bei Banken und Versicherungen oder im verarbeitenden Gewerbe umschauen. Die meisten Zeitverträge gibt es indes in der Gastronomie. Auch im Sektor Erziehung und Unterricht sieht es nicht viel besser aus.

Doch was nützt ein unbefristeter Job, wenn Arbeitnehmer ungewollt statt Vollzeit nur halbtags arbeiten dürfen? Viele Erwerbstätige befürchten, so die Studienautoren, dass Vollzeitstellen durch Teilzeitverhältnisse ersetzt werden. Die Untersuchungsergebnisse stützen diese These allerdings nur zum Teil. So reduzierten zwar innerhalb eines Jahres 14,4 Prozent der Betriebe Vollzeitstellen und wandelten diese in Teilzeitstellen um. Umgekehrt entschieden sich aber mit 16,6 Prozent mehr Unternehmen für die andere Richtung. Bei einem längeren Untersuchungszeitraum von fünf Jahren ist das Verhältnis wiederum umgekehrt. In beiden Fällen sind die Unterschiede mit zwei bis drei Prozent jedoch zu klein, um daraus einen Trend abzuleiten. Zu bedenken ist darüber hinaus, dass viele Mitarbeiter selbst einen Wechsel wünschen, wenn sich beispielsweise ihre Familiensituation verändert.

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