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Das DIA Pressespiegel |
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Neues Modell: Sparer gibt sich selbst zinslosen Kredit Berrit Gräber
Von diesem Jahr an soll die staatlich geförderte Altersvorsorge, die „Biester Rente", auch zum Bau oder Kauf der eigenen vier Wänden genutzt werden können. Nach langem Hin und Her steht jetzt das Grobkonzept. Die Gesetzesänderung dürfte bis Mitte des Jahres verabschiedet werden und dann rückwirkend ab Januar 2008 gelten.
Nicht alle Experten halten das neue Modell für sinnvoll: „Eine sehr verwirrende Lösung", sagt Bernd Katzenstein vom Deutschen Institut für Altersvorsorge Eigentlich sei das bezuschusste Sparen für eine lebenslange Rente gedacht. Jetzt solle damit der Immobilienerwerb subventioniert werden. „Wir brauchen das Wohn Biestern nicht", findet auch Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Würtemberg.
Was die Bundesbürger ab 2008 erwartet, sieht voraussichtlich so aus: Wer ein selbst genutztes Haus hat, kann die Biester Zulagen künftig direkt zur Tilgung seines Baukredits einsetzen, wenn er möchte. Der Staat zahlt jährlich bis zu 154 Euro Grundzulage plus 185 Euro pro Kind. Wirklich interessant ist das wohl lediglich für Kinderreiche. Gefördert wird auch der Erwerb von Anteilen an einer Wohnungsgenossenschaft.
Eine der wichtigsten Neuerungen: Der Biester Sparer kann sich selbst einen zinslosen Kredit geben, wenn er einen Immobilienkauf oder bau in Angriff nimmt. Aus seinem laufenden Vertrag löst der Bürger bis zu 75 Prozent des Ersparten heraus und setzt es als Eigenkapital bei der Baufinanzierung ein. Dafür muss er aber mindestens 10 000 Euro beisammen haben. Das Geld, das er sich quasi selbst leiht, muss nicht mehr zurückgezahlt werden. Der Sparvertrag mit dem bisherigen Restvermögen muss aber weiter bespart werden.
„Das Geld fehlt dann aber am Ende, in den letzten Jahren vor Rentenbeginn, wenn der Zinseszinseffekt die Rendite pusht", gibt Katzenstein zu bedenken. Einer der größten Haken am Modell sind die für ein Immobilienprojekt vergleichsweise bescheidenen Summen, die beim jahrelangen Riestern zusammenkommen. Beispiel: Ab 2008 können pro Jahr maximal 2100 Euro gespart werden. Wer die Höchstsumme zurücklegen kann, hätte nach fünf Jahren ohne Zulagen erst 10 500 Euro angehäuft.
„Die meisten Leute müssen acht, neun Jahre und mehr warten, bis sie die Mindestsumme zur Entnahme erstmals zusammen haben und dann müssen 25 Prozent des Ersparten ja noch im Topf bleiben", sagt Thomas Bieler, Finanzfachmann der Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen. Für einen Finanzbedarf von 20 000 Euro müssten Biester Sparer im Schnitt 15 bis 20 Jahre lang sparen.
Zusätzlicher Pferdefuß: die Steuerlast im Alter. Dann holt sich der Fiskus einen Teil der Förderung vom Wohnungsbesitzer wieder zurück wie bei der normalen Geldrente auch. Die Regelung ist aber komplizierter. „Bürokratischer Wahnsinn", meint Verbraucherschützer Bieler.
Auch jetzt darf Biester Vermögen schon fürs Haus angezapft werden. Vater Staat verlangt aber, dass eine Geldentnahme bis zum 65. Geburtstag wieder voll zurückgezahlt werden muss, die Immobilie bei Rentenbeginn entschuldet ist.
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