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30.10.2002: Das DIA-Rentenbarometer Oktober 2002

Kein Run auf Riester-Rente
DIA-Rentenbarometer stellt weiter großes Abwarten fest

Köln, 30. Oktober 2002
Das neueste Rentenbarometer des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) macht es deutlich: Auch zum Jahresende wird die Riester-Rente kein Renner. Einziger Lichtblick: Die betriebliche Altersvorsorge kommt langsam voran.
Immer noch fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) hat sich bislang nicht über die Riester-Rente informiert – trotz aller Informationsoffensiven der Regierung und Finanzdienstleister. Zu diesem Ergebnis kommt das Rentenbarometer des Deutschen Instituts für Altersvorsorge für das dritte Quartal 2002, bei dem 1.000 repräsentativ ausgewählte Personen zwischen dem 1. und 9. Oktober 2002 befragt wurden.

Immer noch rund Zwei Drittel Riester-Verweigerer
Die Abschlussbereitschaft für ein Riester-Produkt ist gegenüber Juni 2002 nur geringfügig gestiegen (von 19 auf 21 Prozent bei allen Befragten). Das Gesamtpotenzial entspricht somit in etwa 6,6 Millionen „Riesterwilligen", wobei zur Zeit 3,6 Millionen eine private und drei Millionen Personen eine betriebliche Altersvorsorge vorziehen. „Da 10 Prozent der Befragten angeben, bereits ein Riester-Produkt abgeschlossen zu haben, entspricht dies rund 3,2 Millionen Verträgen", so Tanja Höllger, Projektleiterin des DIA-Rentenbarometers bei der psychonomics AG in Köln.
In der Kernzielgruppe der 20 bis 45-jährigen Pflichtversicherten ging der Anteil der „Riester-Verweigerer" nur um einen Prozentpunkt auf 63 zurück. „Ein ‚Run' auf die Riester-Rente, wie ihn sich die Politik und die Finanzdienstleister zum Jahresende erhoffen, ist angesichts der weiterhin hohen Zahl der Skeptiker nicht zu erwarten", prognostiziert DIA-Sprecher Bernd Katzenstein.

Chance der betrieblichen Altersvorsorge zunehmend erkannt
Steigender Beliebtheit erfreut sich die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Wollten im März von den „Riester-Abschlusswilligen" nur 36 und im Juni 41 Prozent der Befragten ein geeignetes Produkt über den Arbeitgeber abschließen, sind es jetzt bereits 45 Prozent. Das Interesse an den bAV-Lösungen steigt, vermuten die DIA-Experten, weil sich die direkte Ansprache der Arbeitnehmer durch Arbeitgeber, Betriebsräte und Gewerkschaften um acht Punkte auf 38 Prozent erhöht hat. „Zwar zeigt die Informationsoffensive für die Lösungen der betrieblichen Altersversorgung noch keine konkreten Auswirkungen auf die tatsächlichen Abschlüsse neuer Riester-Verträge, die betrieblichen Lösungen bergen aber offensichtlich ein größeres Potenzial", so Bernd Katzenstein.

Rentenrealismus im Vormarsch?
Der weiterhin verbreiteten Abwartehaltung stehen die Grundeinschätzungen zur gesetzlichen und privaten Altersvorsorge entgegen. Über die Hälfte der Befragten gab an, dass ihnen das Thema Altersversorgung Sorge bereitet, 79 Prozent, dass die gesetzliche Rente auf keinen Fall für die Altersabsicherung reichen wird und 84 Prozent – ebenfalls ein Höchststand – dass sie zusätzlich privat vorsorgen müssen. "Der Weg von der Erkenntnis bis zum eigenverantwortlichen Handeln ist lang – häufig zu lang." bedauert Bernd Katzenstein.

Riester-Rente: Nachteile für „Spätstarter"
Der Attentismus beim Einstieg in die Riester-Rente kann jedoch teuer werden. Denn beim Sparen gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft der Zinseszinseffekt. Bernd Katzenstein: „Die finanziellen Nachteile eines verspäteten Einstiegs in einen geförderten Sparplan sind groß, selbst wenn es sich dabei nur um eine Verzögerung von einem Jahr handelt." Zum Beispiel: Ein 35-jähriger verheirateter Alleinverdiener mit zwei Kindern und einem Durchschnittseinkommen von 28.000 Euro verliert 1.564 Euro Vorsorgekapital, wenn er erst im Jahr 2003 statt 2002 ein Riester-Konto eröffnet. Dem steht ein eingesparter Eigenbeitrag von 150 Euro gegenüber. „In diesem Fall verzichtet der Arbeitnehmer auf das zehnfache seines Sparbeitrags", bedauert DIA-Sprecher Bernd Katzenstein.

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