|
19.06.2002: Das DIA-Rentenbarometer Juni 2002
Riester-Rente: Die Bevölkerung zögert weiter
DIA stellt aktuelles Rentenbarometer Juni 2002 vor
Berlin, 19. Juni 2002
Das zweite Rentenbarometer des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) aus dem Monat Juni 2002 bestätigt die abwartende Haltung der Bevölkerung bei der sogenannten Riester-Rente. Einziger Lichtblick: Das Interesse an der betrieblichen Altersvorsorge wächst allmählich.
Nach wie vor zögern weite Teile der Menschen in Deutschland beim Einstieg in die private Altersvorsorge. Zwar ist die Erkenntnis, dass man sich auf die gesetzliche Rente allein nicht mehr verlassen kann bei 84 Prozent angekommen. Dem folgen jedoch keine Taten. „Der Attentismus hat sich sogar noch verfestigt", erklärt Tanja Höllger, Projektleiterin der repräsentativen Untersuchung beim Kölner Institut psychonomics AG.
Zahl der Verweigerer und Planer konstant
Trotz aller Rentendiskussionen planen knapp 30 Prozent der Befragten nicht, sich zukünftig überhaupt um ihre eigene Altersvorsorge zu kümmern. Ein Viertel plant zwar eine Verbesserung seiner Vorsorge, hat diese Pläne aber bislang noch nicht umgesetzt. Nach wie vor weigern sich 13 Prozent der Befragten, etwas für ihre Alterssicherung zu tun und planen dies auch für die Zukunft nicht.
Nein zur privaten Riester-Rente gestiegen
Trotz nahezu täglicher Rentenberichterstattung in den Medien, haben sich nach wie vor 48 Prozent noch nicht über die Änderungen der Rentenreform informiert. Der Anteil derer, die den Abschluss einer Riester-Rente ablehnen, ist gegenüber März 2002 sogar um einen Punkt auf 72 Prozent gestiegen. Bei den pflichtversicherten Angestellten und Arbeitern ist das Nein in den letzten drei Monaten sogar von 62 auf 64 Prozent gewachsen. Mit 19 Prozent wollen sogar noch zwei Prozent weniger als im März 2002 ein Riester-Produkt zur privaten Altersvorsorge abschließen. Die Zahl der Abschlüsse hat sich seit März 2002 gerade einmal um einen Prozentpunkt von acht auf neun Prozent erhöht. „Auch die Ergebnisse der Juni-Befragung bestätigen die Befürchtung, dass die Riester-Rente entgegen den hohen Erwartungen von Politikern zum Flop wird", erklärt DIA-Sprecher Bernd Katzenstein.
Chance der betrieblichen Altersversorgung zunehmend erkannt
Demgegenüber steigt das Interesse an der betrieblichen Altersvorsorge. 41 Prozent sind nun (gegenüber 36 Prozent im März 2002) bereit, über ihren Arbeitgeber ein geeignetes Produkt abzuschließen. Bevorzugten im März 2002 noch 64 Prozent den privaten Abschluss für die zusätzliche Altersvorsorge, sind es im Juni nur noch 59. Von denen, die bereits eine Riester-Police besitzen, haben bereits 39 Prozent (März 2002: 22 Prozent) dies über ihren Arbeitgeber getan, 61 Prozent (gegenüber 78 Prozent im März) auf dem privaten Weg.
„Weil die Details der betrieblichen Altersvorsorge noch nicht bei allen Arbeitnehmern bekannt sind, kann man begründet davon ausgehen: Das Potential der betrieblichen Riester-Rente ist noch nicht ausgeschöpft", so Bernd Katzenstein. „Zur Zeit ist das allerdings auch der einzige Hoffnungsschimmer am ansonsten düsteren Rentenhimmel."
Zurück zur Übersicht
|