Volkswirtschaftliche Eckdaten und Demographie

Finanzmarktkrise und Altersvorsorge

Deutsche sparen mehr wegen der Finanzmarktkrise
In Krisenzeiten erhöht sich die Sparquote tendenziell, die Individuen sparen aus Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Situation größere Teile des ihnen zur Verfügung stehenden Einkommens. Auf diese Weise lässt sich erklären, dass im Zuge der Finanzkrise die Sparquote zwischen 2007 und 2008 von 10,8 auf 11,5 Prozent gewachsen ist.
Dieser Anstieg um 0,7 Prozentpunkte bzw. 6,5 Prozent ist die höchste absolute und relative Veränderung innerhalb eines Jahres seit 1991. Gleichzeitig erreichte die Sparquote ein 16-Jahres-Hoch. Die Sparquote liegt damit deutlich über dem Durchschnitt der Jahre zwischen 2000 und 2008 in Höhe von 10,3 Prozent so- wie über dem Durchschnitt der Mitgliedsländer der europäischen Währungsunion (EWU). In den 1970er Jahren lag die deutsche Sparquote noch bei 16 Prozent. Der Anstieg seit dem Jahr 2000 lässt sich zum einen durch Unsicherheit als Folge des Platzens der New-Economy-Blase sowie der Terroranschläge vom 11. September 2001 interpretieren.
Denn in Zeiten einer Rezession steigt tendenziell die Neigung zur Ersparnisbildung. In den Folgejahren trieb die Ausweitung privater, kapitalgedeckter Altersvorsorge, die teilweise staatlich gefördert wurde, die Sparquote nach oben. Der jüngste Anstieg im Jahr 2008 lässt sich wiederum mittels der plötzlich gestiegenen Verunsicherung der privaten Haushalte aufgrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise erklären.


 
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