Deutsches Institut für Altersvorsorge

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Volkswirtschaft und Demographie

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Demographie

Zentrale Ergebnisse der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung

Die gegenwärtige Bevölkerungsstruktur weicht schon lange von der idealen Vorstellung ab, die sich in Form der klassischen Bevölkerungspyramide darstellen lässt: Die stärksten Jahrgänge stellen die Kinder, und die Besetzungszahlen der älteren Jahrgänge verringern sich allmählich als Folge der Sterblichkeit. Einen Altersaufbau in Form einer Pyramide hatte zum Beispiel das Deutsche Reich von 1910. Die beiden Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre veränderten den Altersaufbau nachhaltig, die Pyramide erhielt deutliche Kerben. Heute ist das mittlere Alter am stärksten besetzt, zu den Älteren und den Jüngeren gehören weniger Personen.
Bis zum Jahr 2060 werden die stark besetzten mittleren Jahrgänge weiter nach oben verschoben und von zahlenmäßig kleineren ersetzt, so dass sich der Altersaufbau weiter verändert. Der Bevölkerungsaufbau nimmt damit mehr und mehr eine glatte und steile Form an. Im Jahr 2008 sind 20 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter. Bereits in den kommenden beiden Jahrzehnten wird der Anteil älterer Menschen deutlich steigen. Im Jahr 2060 wird dann jeder Dritte mindestens 65 Lebensjahre durchlebt haben – jeder Siebente wird sogar 80 Jahre oder älter sein. Insgesamt leben aktuell etwa 82 Millionen Menschen in Deutschland, 2060 werden es voraussichtlich nur noch 65 bis 70 Millionen sein.
Ein weiterer Einflussfaktor auf die Bevölkerungsentwicklung ist die Lebenserwartung. In Deutschland kann seit 130 Jahren ein kontinuierlicher Rückgang der Sterblichkeit und ein Anstieg der Lebenserwartung beobachtet werden. Zu dieser Entwicklung haben maßgeblich die Fortschritte in der medizinischen Versorgung, der Hygiene, der Ernährung, der Wohnsituation sowie die verbesserten Arbeitsbedingungen und der gestiegene materielle Wohlstand beigetragen.
Bei genauerer Betrachtung der Entwicklung der Lebenserwartung zeigt sich, dass sich der Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung bei Geburt zunächst bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts sehr schnell vollzogen hat. Zwischen 1871/1881 im Deutschen Reich und 1949/1951 im früheren Bundesgebiet hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt für Jungen um 29 Jahre und für Mädchen um 30 Jahre erhöht. In der zweiten Hälfte des 20. bis hinein ins 21. Jahrhundert, von 1949/1951 bis 2002/2004, ist die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt für Jungen um weitere 11,3 Jahre und für Mädchen um 13 Jahre gestiegen.
Es wird angenommen, dass die Auswirkungen der im Vergleich zu früheren Generationen verbesserten Lebensumstände und weitere Verbesserungen in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung auch künftig in Deutschland zu einem weiteren Anstieg der Lebenserwartung führen, wenngleich mit einem verlangsamten Tempo. Eine weitere Entwicklung, die erkennbar ist, ist die Verringerung der Differenz in der Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen.
In der Basisannahme L1 ergibt sich für Männer eine durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt im Jahr 2060 von 85 Jahren und für Frauen von 89,2 Jahren. Das ist ein Zuwachs von 7,8 bzw. 6,8 Jahren im Vergleich zur Lebenserwartung in Deutschland 2006/2008. Die Differenz in der Lebenserwartung von Männern und Frauen verringert sich bis 2060 von 5,2 auf 4,2 Jahre. 65-jährige Männer beziehungsweise Frauen können immer noch mit weiteren 22,3 beziehungsweise 25,5 Jahren rechnen, das sind rund 5 Jahre mehr als 2006/2008.


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