Daten & Fakten
Private Altersvorsorge
Die staatlich geförderte private Altersvorsorge
Erreicht die Riesterförderung Geringverdiener eher als Gutverdiener?
Neben der Hauptzielgruppe der jüngeren Arbeitnehmer, sollten nach den Vorstellungen des Gesetzgebers auch Personen mit einem geringeren Einkommen von der Riesterförderung profitieren. Dieses Ziel scheint auf den ersten Blick nicht erreicht zu werden, denn die Beteiligung am Riestersparen steigt mit dem Haushaltsnettoeinkommen sogar an. So hat nur etwa jedes zehnte Haushaltsmitglied mit einem Haushaltseinkommen von netto weniger als 1.000 Euro monatlich einen Riestervertrag, aber gut jeder Sechste mit 1.000 bis 2.500 Euro und sogar mehr als jeder Fünfte mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 2.500 Euro. Das Bild dreht sich jedoch komplett, wenn man anstelle des Haushaltsnettoeinkommens das persönliche Erwerbseinkommen heranzieht. Dann hat fast jeder Dritte mit einem monatlichen Erwerbseinkommen von brutto 500 bis 1.000 Euro einen Riestervertrag abgeschlossen, aber nur etwa jeder Vierte mit Erwerbseinkommen von 1.000 bis 2.500 Euro und lediglich jeder Fünfte mit Erwerbseinkommen von mehr als 2.500 Euro. Allenfalls Geringstverdiener (unter 500 Euro/Monat) und Nichterwerbstätige besparen also seltener einen Riestervertrag als Gutverdiener.
Die Ergebnisse fallen deshalb so unterschiedlich aus, weil Familien oft ein höheres Haushaltseinkommen haben als Singles oder kinderlose Paare. Das liegt i.d.R. jedoch nicht am höheren Erwerbseinkommen, sondern daran, dass Familien auch staatliche Transfers (z.B. Kindergeld, BAföG) erhalten und geringere Einkommenssteuern (Kinderfreibetrag, Ehegattensplitting) zahlen.
Ein höheres Haushaltseinkommen steht daher nicht notwendig für eine höhere Leistungsfähigkeit. Das wird spätestens dann deutlich, wenn man das Haushaltseinkommen auf die Zahl der Familienmitglieder aufteilt. Deswegen sind die persönlichen Erwerbseinkommen besser geeignet, wenn die Treffgenauigkeit der Riesterförderung beurteilt werden soll. Gleichwohl kann man selbst eine Quote von 30 Prozent bei den Geringverdienern (500 bis 1.000 Euro) bei weitem nicht als ausreichend bezeichnen.


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