Daten & Fakten
Volkswirtschaft und Demographie
Beschäftigung Älterer
Alterung und Erwerbstätigkeit im internationalen Vergleich
Bevölkerungsprognosen für Deutschland lassen schon in den nächsten drei Jahrzehnten eine spürbare Alterung erwarten. Selbst wenn künftig jedes Jahr 100.000 Menschen nach Deutschland einwandern sollten, wird der Altenquotient, also die Anzahl der über 60-jährigen bezogen auf 100 20 bis 59-jährige von heute 44 bis 2030 auf rund 76 steigen, das sind immerhin 73 Prozent. Weniger als die Hälfte der Bevölkerung wird dann noch im erwerbsfähigen Alter, über ein Drittel jedoch 60 Jahre oder älter sein. Diese Verschiebung im Altersaufbau der Bevölkerung führt dazu, dass immer weniger Personen im erwerbsfähigen Alter Güter und Dienstleistungen für eine steigende Zahl älterer Konsumenten bereitstellen müssen. Dieser Trend zeichnet sich in allen Weltregionen ab. Jedoch zeigen sich deutliche Unterschiede sowohl im Ausmaß als auch im zeitlichen Ablauf der Bevölkerungsalterung: Japan altert bis 2015 weitaus schneller als Deutschland, wird dann aber von Deutschland eingeholt. Deutschlands demographische Krise erreicht den Höhepunkt um 2035; in Japan geht es danach in einem weiteren Schub noch einmal kräftig weiter, und auch die übrigen EU-Länder verlieren relativ zu Deutschland weiteres Erwerbspotential.
Erst die Erwerbsbeteiligung bestimmt jedoch, wie stark eine Volkswirtschaft tatsächlich von der Alterung betroffen ist. In den USA und Japan arbeiten deutlich mehr Menschen im Alter von 55 bis 64 Jahren als in Deutschland. Daher geht das Arbeitskräftepotential in diesen Ländern im Vergleich zu Deutschland nur wenig und sehr langsam zurück. Betrachtet man die OECD-Länder insgesamt, so steigt hier die Erwerbstätigenquote noch bis 2025 und nimmt danach nur sehr langsam ab. Einen wichtigen Einfluss auf diese Entwicklung hat die Türkei, die zwischen 2020 und 2025 Deutschland in seiner Bevölkerungsgröße überholt haben wird und durch den jugendlicheren Altersaufbau viele Erwerbstätige hat. Die demographische Entwicklung verläuft international also keineswegs einheitlich, nicht im OECD-Raum, und noch nicht einmal innerhalb der EU.
Aus der Erwerbstätigkeit ergibt sich, wie stark die sozialen Sicherungssysteme künftig durch den erhöhten Anteil älterer Menschen belastet werden. Die Maßzahl hierfür ist der “Rentnerquotient”, d.h. die Anzahl der Rentner pro Erwerbstätigen. Diese “ökonomische Alterslast” wird sich in Deutschland von derzeit etwa 54 Rentner pro 100 Erwerbstätige, auf bis zu 80 Rentner pro 100 Erwerbstätige erhöhen.




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